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Mediengrummel : Wo bleibt der Aufreger?

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Wann kommt endlich das Sommerloch-Thema, das uns alle erregt? Haben die Journalisten es verschlafen? Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand baut auf Minister Ramsauer.

shz.de von
erstellt am 27.Jul.2013 | 05:26 Uhr

Um die Journalisten muss es schlecht bestellt sein, wenn sie ein Sommerloch-Thema einfach so verschenken. Bundesverkehrsminister Ramsauer hat den Redaktionen gleich zu Sommerbeginn einen heißen Aufreger angeboten. Doch das Medienecho war matt. Es gibt nämlich Straßenabschnitte, an denen Bagger und Planierraupen monatelang untätig vor sich hin schlummern, hat der Minister festgestellt. Also rief er die Autofahrer dazu auf, ihm die "Schlafbaustellen" im Land zu melden. Zwischen NSU und NSA, Kampfdrohnen und Wahlkampfdramen darf der Medienkonsument ja wohl noch etwas erwarten, was ihn wirklich empört.
Jahrelang sind wir Autofahrer vom Verkehrsfunk darauf getrimmt worden, möglichst langsam und leise an solchen Schlafbaustellen vorbeizuschleichen. "Bloß keinen aufwecken", haben wir gedacht. Schon gar nicht die sporadisch auftauchenden Menschen in orangefarbenen Schlafanzügen mit Silberstreifen. Doch damit ist nun Schluss! Auch wenn die Medien Ramsauers Sommer-Vorstoß verbaselt haben. Wir Autofahrer verpetzen die verschnarchten Baustellen nicht nur dem Herrn Minister, wir können im Vorbeifahren hupend und mit aufgedrehten Wummerbässen selbst mithelfen, dass kein Schwarzdeckenfertiger mehr zur Ruhe kommt. Außerdem sollten Polizeiautos, die endlich mit amerikanischen Sirenen ausgestattet werden, so lange an den Schlafbaustellen entlang jaulen, bis die letzte Straßenwalze aus ihrem Tiefschlaf erwacht ist.
Jetzt muss Ramsauer nur noch die Wanderbaustellen bekämpfen, die uns immer wieder frech überholen, wenn wir stundenlang brav im Stau stehen. Dann füllt der Bayer vielleicht doch noch das Medien-Sommerloch.

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