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Mediengrummel

24. September 2017 | 08:59 Uhr

Mediengrummel : Weg vom Fenster

vom

Eben noch als großes Tier im Fernsehen, dann gehen plötzlich die Kameras aus. Ein hartes Los, auf das unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand aufmerksam machen möchte.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2011 | 08:18 Uhr

Damit muss einer erst mal fertig werden. Jahrelang von den Medien gehätschelt und von den Zuschauern gefeiert. Eben noch ein großes Tier, dann der letzte Auftritt vor den Fernsehkameras und die grausame Ahnung: Weg vom Fernsehschirm bedeutet weg vom Fenster. Übersiedlung ins Ausland. Ein paar Anhänger träumen von Rückkehr und zweiter Chance. Sie würden ihren Liebling gerne vor dem tiefen Fall in die Bedeutungslosigkeit retten, denn sie wissen: Ganz unten wartet das endgültige Vergessen. Oder gibts doch noch eine Rettung für "Unser Charly"?
Die ZDF-Familienserie mit dem "pfiffigen Schimpansen" läuft noch bis Mai nächsten Jahres, dann soll Schluss sein. Die Gegner der Sendung buchen das Ende des Affentheaters als ihren Erfolg. Elf Charlys seien in den Folgen seit 1995 eingesetzt worden, artenwidrig, wie sie sagen. Nach zwei bis drei Jahren vor der Kamera seien die Hauptdarsteller so unberechenbar und zum Teil aggressiv, dass niemand mehr mit ihnen arbeiten könne. Da sie mit den Gewöhnlichen ihrer Gattung längst nichts mehr anzufangen wissen, kann das bedeuten, dass die Stars den Rest ihres Lebens in Einsamkeit fristen müssen. Schlimmstenfalls in Käfig- und Einzelhaltung und ohne Spielmöglichkeiten. Manche behaupten sogar, die Publikumslieblinge landeten nach ihrer kurzen Karriere in einer amerikanischen (!) Auffangstation, ihre spätere jahrzehntelange Unterbringung sei ungeklärt.
Das alles blüht nun "unserem Charly". Aber vielleicht findet sich ja noch ein Chefredakteur mit Hang zu abgelaufenen Promis. Der könnte sich beizeiten für die Rückkehr des Affen einsetzen und die ZDF-Pläne für "vorerst gescheitert" erklären.

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