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Mediengrummel

17. Dezember 2017 | 03:41 Uhr

Mediengrummel : Wechselgerüchte

vom

Gerüchte sind das Salz in den Klatschspalten. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat sich mit Wechselgerüchten beschäftigt, die manchmal gar keine sind.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2013 | 02:03 Uhr

Vor dem Wechsel kommt das Wechselgerücht. Das wird absichtsvoll in die Welt gesetzt und dann von den Medien ein paar Tage lang mit Leben erfüllt. Bei Fußballern erledigt das meistens "Bild", bei den übrigen Wichtigkeiten üblicherweise "Bunte" und "Gala". Manchmal genügt schon ein Blick zwischen zwei inhaltsleere Zeilen und die Gerüchteschnüffler können wieder mal Neues melden.
Ein Beispiel: Der Herr Lanz leidet schwer unter seiner Fernsehberühmtheit. Ach ja und oh weh, überall wird man erkannt! Schlimm! Einem Journalisten hat der ZDF-Beschäftigte sein Herz ausgeschüttet, er ist neidisch auf die-Kollegen, die sich im Radio verstecken dürfen: "Keiner kennt dein Gesicht. Du kannst jeden Pickel der Welt spazieren führen". Dass die einschlägigen Fachblätter daraufhin nicht das Gerücht verbreitet haben, "Pickel-Lanz will zum Radio wechseln", liegt vermutlich nur daran, dass gleichzeitig Wechselgerüchte über einen 37 Millionen teuren Kicker noch wichtiger waren. Glück für Lanz, Pech fürs deutsche Fernsehen.
Eine, die sich über ihre Prominenz auch viele Gedanken macht, ist Frau Schöneberger. Die wechselt von Kind und Küche zurück ins NDR-Studio (kein Gerücht) und gestand der "Gala", dass sie in ihrer Fernsehpause "ganz irritiert" war, wenn Menschen im Supermarkt tuschelten und sie heimlich fotografierten. Im selben Interview, ein paar Absätze weiter, plaudert sie darüber, dass sie "die Schlafanzughose auch gern zum Einkaufen anlässt". Was Frau Schöneberger im Supermarkt zur Attraktion macht, ist also keineswegs ihre Wichtigkeit. Das ist nur ein Gerücht, das sie sich für die "Gala" ausgedacht hat.

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