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Mediengrummel : Von Umfragen und Albträumen

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Jeden Monat wird in aller Stille untersucht, wie beliebt Frau Merkel und ihre Minister sind. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand fragt sich, ob das was bringt.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2013 | 06:27 Uhr

Nur mal angenommen, hier stünde etwas Despektierliches über die Bundeskanzlerin oder ihre Angestellte Schröder. Das ginge den beiden glatt am Steiß vorbei. Was aber Sie, verehrte Leserinnen und Wähler, über Mutti oder "Merkels Mädchen" denken, landet am Monatsende auf dem Kabinettstisch in Berlin. Denn das Bundespresseamt lässt monatlich die Beliebtheit der Regierenden herausfinden. Die Resultate helfen dem "internen Willensbildungsprozess". Weil der nicht gestört werden darf, bekommen ausschließlich Regierungsmitglieder Einblick in die Umfrage-Ergebnisse.
Aber ein Blick in den "Stern" tuts manchmal auch. Dort stand, dass zwölf Prozent Familienministerin Schröder vermissen würden, wenn sie ihren Job beenden würde. Immerhin noch. Außerdem hat das Blatt aufgedeckt, dass 30 Prozent der Deutschen nicht wissen, ob sie das nächste Mal wählen gehen. Die "Apotheken-Umschau" will gar rausgefunden haben, dass über die Hälfte der Deutschen Albträume hat. Meist träumen sie von einem Sturz in die Tiefe. Ob das alles irgendwie zusammenhängt, können nur Meinungsforscher klären.
Beim FC Bayern München braucht man keine Umfragen. Der Fußballclub weiß, dass er außerhalb Bayerns ziemlich unbeliebt ist. Das wollten die Vereinsoberen in den 90ern ändern. Drei Agenturen haben aber dringend davon abgeraten, wie man im "Spiegel" lesen konnte. "Weil dieses polarisierende, möglicherweise auch arrogant wirkende Image den Club positiv unterstütze", hat Club-Chef Rummenigge ausgeplaudert. Der Rolex-Liebhaber und sein Präsident hätten der Kanzlerin in einer Halbzeitpause ruhig mal etwas über den Unsinn von Beliebtheitsumfragen erzählen können.

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