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Mediengrummel : Von Blagen und Plagen

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Für seinen bekloppten Namen muss sich niemand mehr schämen seit es das Internet gibt. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat dafür einige Beweise gefunden.

Vor langer Zeit haben Eltern in deutschen Landen ihre Kinder Gunhild oder Giselher genannt. Später dann Beverly-Chantal oder Justin-Tyson. Auch Jeremy, Sherin und Chayenne werden heute gern genommen, wie auf Autoheckklappen zu lesen ist. An Haustürklingeln stehen zum Glück immer noch Nachnamen wie Müller, Meier oder Muschelknautz.
Mit dem Internet ist dann noch einmal alles ganz anders geworden. Plötzlich erfahren wir durch allerlei Netzgeschwätz, mit welchen Namen manche Zeitgenossen im Leben zurechtkommen müssen. Etwa Honkytonk, Katzenkötel oder Minnimaus (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und vom Verfasser nicht gewollt). Offensichtlich haben die geplagten Namensträger jahrelang vor Scham geschwiegen. Dank Internet trauen sie sich nun an die Öffentlichkeit und verbreiten selbstbewusst ihre Sicht der Dinge. Endlich können sich auch Wutzi und Watzilein zu ihren Namen bekennen und ebenso furcht- wie hemmungslos anderer Leute Ansichten und Taten kommentieren. Manchmal auch kopieren.
Vor der Internetzeit haben Eltern ihre Blagen sogar Dieter Günter taufen lassen. So wie die Bohlens. Später hat ihr Sohn seinen ungeliebten zweiten Vornamen aus den Papieren getilgt, wie wir neulich aus den Medien erfahren durften. Weil er ihn so schlimm fand wie seinen ersten. Mehr Selbstbewusstsein möge einem Knirps beschieden sein, über den uns "Bild" informiert hat. In Halle soll Familie Rakete ihrem Sprössling den Vornamen Silvester verpasst haben. Wenn er groß ist, wird er bestimmt Kontakt aufnehmen zu Theo Retisch, Axel Schweiss oder Jim Panse. Die erwarten ihn nämlich schon im Internet.

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erstellt am 26.Aug.2012 | 04:23 Uhr

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