Mediengrummel : Vom Besten

Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand bekennt, dass er gerne für die Zeitungen des sh:z schreibt. Dafür hat er mehrere Gründe. Einer ist der spezielle Humor, den er entdeckt hat.

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18. Oktober 2011, 10:55 Uhr

Wenn Sie mich fragen: Ich schreibe gern für diese Zeitung. Erstens darf ich hier schreiben was ich will, keiner redet mir rein. Und zweites kommt sogar das Honorar pünktlich aufs Konto. Ab und zu spornt auch der Abdruck eines mich betreffenden Leserbriefes zu neuen Höhenflügen an. Es gibt Journalisten, die träumen von so was! Außerdem hat meine Zeitung Humor, was sich speziell in der Auswahl ihrer Kolumnisten ausdrückt.
Humor ist bekanntermaßen eine sehr ernste Sache. Deswegen gehört er nicht nur in die Spaßnischen einer Zeitung, sondern auch auf Seiten, auf denen es normalerweise nichts zu lachen gibt. Zum Beispiel die Seite "Das Beste aus der Landeshauptstadt". Wenn sich unter dieser Überschrift Meldungen finden, dass Maskierte wieder mal Straßenpassanten ausgeräubert haben, fragen sich höchstens die Flensburger, was dann wohl das Schlechteste in Kiel sein mag. Die Kieler jedoch schätzen diesen britisch bissigen Humor. Sie finden nämlich, dass ein Überfall immer noch besser ist als völlige tote Hose, wie sie etwa in der Kieler Fußgängerzone anzutreffen ist.
Übrigens: Die wenigen Leser, die unter dem "Besten aus der Landeshauptstadt" vergeblich nach Glanztaten ihrer Landespolitiker suchen, müssen nicht enttäuscht sein. Sie seien auf die Landes- und Politik-Seiten dieser Zeitung hingewiesen. Dort finden sie alles, womit die Politkünstler in Kiel oder sonstwo die Journalisten bestens unterhalten. Beim Lesen erschließt sich dann auch wie von selbst, warum diese Seiten nicht unter "Das Beste aus der Politik" firmieren können. Das wäre dann doch zu viel Humor in einer Zeitung, die ernst genommen werden will.

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