zur Navigation springen

Mediengrummel : „Tatort“ ohne Schäden

vom

Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat den ersten Weimarer „Tatort“ bis zum Schluss geguckt. Dass Mensch und Tier ohne Schäden davon kamen, stimmte ihn zufrieden.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 10:07 Uhr

Tiere im Film machen sich gut. Die Zuschauer schauen gern hin. Manche schauen sogar genau hin. Dann allerdings hört der Spaß mitunter schnell auf. Der Tiger „King“ im Film „Life of Pi“ ist bei den Dreharbeiten fast ertrunken, was den Produzenten im Nachhinein einigen öffentlichen Ärger brachte. Bei den Dreharbeiten zum ersten "Hobbit"-Film sollen mindestens 27 Filmtiere gestorben sein. Pferde, Schafe, Hühner und Ziegen sollen falsch ernährt, vernachlässigt und in Ställen untergebracht worden sein, die „Todesfallen“ geglichen hätten, war zu lesen. Tierschützer riefen zum Boykott des Kinofilms auf. Das ZDF hatte nach heftigen Protesten von Tierschützern die Schimpansen-Serie „Unser Charly“ gestoppt. Programmdirektor Bellut versicherte, das ZDF werde keine weiteren Affen mehr bei Dreharbeiten beschäftigen.  

Soweit will man es bei der ARD erst gar nicht erst kommen lassen. „Bei den Dreharbeiten zu diesem Film sind keine Tiere zu Schaden gekommen“, beruhigte man die Zuschauer im Abspann des ersten Weimarer „Tatortes“. Kurz vorher wühlte Kommissar Lessing noch bis zu den Ellbogen in Schlachtabfällen herum. Woher die kamen und wo die schließlich gelandet sind, hat der Polizist dann nicht mehr ermittelt. In den riesigen Thüringer Bratwürsten, die sich die Ermittlertruppe nach getaner Arbeit gegönnt hatte, hoffentlich nicht. Denn die Zuschauer dürfen erwarten, dass auch für die „Tatort“-Würste keine Tiere zu Schaden gekommen sind.

Mit reichlich Senf ist die tierfleischlose Wurst den Kommissaren offenbar gut bekommen. Sonst wäre im Abspann ja sicher mitgeteilt worden, dass bei den Dreharbeiten Menschen zu Schaden gekommen sind.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen