zur Navigation springen

Mediengrummel : "Tatort" aus Bad Salzdetfurth

vom

Zu viele "Tatort"-Kommissare, murren die Medien. Das ist nicht das einzige Problem, mit dem die Krimiserie zu kämpfen hat, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2013 | 10:15 Uhr

ARD-Programmdirektor Herres hat es auch nicht einfach. Die Talkshow-Unterhalter, die er rief, wird er nur schwer wieder los. Obwohl inzwischen jeder weiß, dass das tägliche Abendgesabbel im Fernsehen des Schlechten zu viel ist und nach Gottschalk getrost zwei oder drei weitere Moderatoren ruhig gestellt werden könnten. Jetzt steckt der Direktor in der nächsten Bredouille: Zuschauer und Medien grummeln, weil sie den Überblick darüber verloren haben, welcher "Tatort"-Kommissar an welchem Ort auf die sonntägliche Verbrecher- und Quotenjagd geht. Dieses Jahr sind 43 Ermittler zugange, in 21 Städten. Niemand wird es wundern, wenn demnächst auch Königs Wusterhausen oder Bad Salzdetfurth verlangen, in der Bundesliga der Verbrechensbekämpfung mitspielen zu dürfen.
Aber es kann für die Kultserie noch schlimmer kommen. Ein Herr Krause von der Nichtraucher-Initiative Deutschland hat dazu aufgefordert, den Fernseher auszuschalten, wenn im "Tatort" gerade mal wieder jemand raucht. Für Kommissar Thiel aus Münster und seinen kiffenden "Vaddern" das sichere Ende. Wo doch seit Jahresbeginn schon die Bier-Reklame als Vorspann der "Tatort"-Folgen ausfallen muss. Erst durch den Bier-Genuss sei der Krimi-Genuss so richtig "rund" geworden, bedauert die Brauerei das Werbeverbot. Will sagen, dass man sich sogar den "Tatort" mit Frau Lürsen noch schön trinken kann, wenn genug Bier im Hause ist. Aber vielleicht wird die Hauptkommissarin aus Bremen ohnehin bald nach Quakenbrück versetzt, wo sie im Vorabendprogramm die Radwege überwachen und dabei noch viel Gutes bewirken kann. Dem Herrn Programmdirektor müsste es eigentlich recht sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen