Mediengrummel : Ta-ta, ta ta ta taaa!

Die "Tagesschau"-Melodie gehört zum Tagesausklang wie der Wecker zum Aufstehen. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand ist erleichtert, dass das auch so bleiben soll.

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16. September 2012, 04:48 Uhr

Die "Bild-Zeitung" hatte die Falschmeldung als erstes gebracht: Nach 56 Jahren sei Schluss mit der Tagesschau-Fanfare. Die ARD werde das allabendliche Ta-ta, ta ta ta taaa! entsorgen. Das Fachblatt für große Buchstaben hätte auch schreiben können, dass Benjamin Blümchen in Zukunft auf sein Törööö! verzichten muss oder die Mainzer Narren auf ihr Humba Humba Täterä. Der Erregungs-Tsunamie vom Watt bis zum Watzmann wäre kaum geringer ausgefallen. Das Internet schwappte mit geharnischten Beiträgen über. Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich bei Spiegel Online mehr als 1400 Leser, von denen sich drei Viertel ein Fernsehleben ohne Ta-ta, ta ta ta taaa! nicht vorstellen wollten.
Die ARD sah sich zu einem schnellen Dementi gezwungen. "Die Sorge um das Ta-ta, ta ta ta taaa ist unbegründet", sagte Chefredakteur Gniffke. Keineswegs abschaffen wolle er die Melodie, nur etwas überarbeiten. Gut möglich also, dass uns Ende des Jahres ein Tä-tä, tä tä tä täää! oder gar ein Tu-tü, tu tü tu tüüü! die Abendnachrichten ankündigen. Dazu hat die ARD - palim, palim - bei einem Komponisten angeklingelt, der angeblich Hollywood-Erfahrung hat und nichts kostet. Jedenfalls haben die weisen Chefplaner bei der ARD entschieden, dass ihnen nie und nimmer ein Cucurrucucu, Tschingderassabum oder gar Dudeldaddel Dummdumm ins Haus kommen. Zum Glück! "Spiegel" und Blabla-Zeitung konnten ihre Leser beruhigen und sich dem restlichen Rumsbumms, Kikeri und Wauwau in der Welt widmen. Mit der Folge, dass nun auch die anderen Medien für Elendsrenten, Staatspleiten und Neues aus Großburgwedel wieder mehr Platz haben. Schubidubiduuu!

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