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Mediengrummel : Sprachverwirrungen

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Pfingsten ist der Versuch, Schluss mit den Sprachverwirrungen zu machen. Das hat aber bis heute nicht richtig geklappt, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand.

Der Bayern-Kicker Philipp Lahm redete jüngst in Fernsehen ebenso wirr daher, wie seine Abwehr zuvor gespielt hatte. Fünf Tore hatte die kassiert und dafür gesorgt, dass die Gegner aus Dortmund mit einem Pokal nach Hause fliegen durften. Lahm sagte anschließend, dass seine Mannschaft 90 Minuten besser gespielt habe als der Gegner. Von geradezu babylonischem Ausmaß war die Sprachverwirrung, die den Regierenden Bürgermeister von Berlin neulich überkam. Auf einem "Publikumstag" sagte er vor laufenden Kameras, der neue Hauptstadt-Flughafen sei "ein grandioses Werk". Das hat die paar hundert Besucher ähnlich verwirrt wie damals die Bewohner von Babylon, denen der Aufstieg in den Himmel in einem Turm versprochen wurde. Der Plan musste gestoppt werden, als kurz vor Abschluss der Arbeiten alle nur noch wirres Zeug von sich gaben und nichts mehr klappte.
Obwohl alljährlich mit Pfingsten an einen frühchristlichen Versuch erinnert wird, das babylonische Sprachkuddelmuddel zu korrigieren, bleiben die Erfolge bis heute bescheiden. Selbst dort, wo sprachliche Verwirrungen bekämpft werden sollten - in den Medien. Die öffentlich-rechtlichen nicht ausgenommen. Die leben von nächstem Jahr an nicht mehr von Gebühren, sondern von einer Haushaltsabgabe. Also soll es künftig auch keine Gebühreneinzugszentrale (GEZ) mehr geben. Deren Ruf ist dank trickreicher Schnüffler sowieso ramponiert. ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice wollen die Rundfunkanstalten ihr Inkassounternehmen in Zukunft nennen. Wenn an Pfingsten nicht doch noch ein Brausen vom Himmel kommt und Geist über die Sprachverwirrten ausgießt.

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erstellt am 20.Mai.2012 | 05:24 Uhr

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