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Mediengrummel : Sensationelles Medienjahr 2011

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Was wird uns das Medienjahr 2011 wohl bringen? Lässt sich Pilawa was einfallen? Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat die wichtigsten Prophezeiungen gesammelt.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2011 | 08:12 Uhr

Allerlei mediale Kräfte wie Glaskugelgucker, Kartenleger oder Bleigießer prophezeien ein sensationelles Medienjahr 2011: Gottschalks und Kerners Knaller an der Unterhaltungsfront wollen überboten werden: Pilawa sendet im Februar "Rettet die Million" aus einem chinesischen Bergwerk. Stern TV kündigt an, drei gerichtlich bestellte Steinewerfer aus dem Iran ins Studio einzuladen. Phönix will seine Schlichtungsshow "Keiner ohne Heiner" abwechselnd aus Kabul und Bagdad übertragen.
Wegen Verbreitung von WikiLeaks-Dokumenten werden im April 2011 mehrere deutsche Chefredakteure der staatsfeindlichen Nachrichtenhehlerei angeklagt. Gegen die Journalisten liegen vorsorglich auch internationale Haftbefehle wegen Banküberfalls und Falschparkens vor.
Lena Meyer, ähäm, Landrut, verkündet im Mai: "Ich hab mir, ää ää, ganz, ganz doll, äää, den Ziegenpeter eingefangen und falle ,ää, für den, ää ää, Jurewischen Songkontäst, äää, total aus. Verdammte Axt!". Pro7 und sein Schwestersender NDR schicken daraufhin Stephanie zu Guttenberg und ihren Soldatenchor zum Fotoshooting mit Gesangseinlage nach Düsseldorf.
ARD und ZDF setzen im Juni 2011 einen Arbeitskreis ein, der herausfinden soll, wie viele Talk-Shows sich in ihren Programmen angesammelt haben. Das Ergebnis soll Ende 2012 vorliegen.
"Google-OP-View" öffnet im August den virtuellen Zutritt zu Operationstischen in zehn deutschen Kliniken. Die Datenschutzbeauftragten haben durchgesetzt, dass die Gesichter der operierenden Ärzte auf Wunsch verpixelt werden.
Im Oktober versprechen ARD und ZDF endlich, lebensgefährliche Show-Elemente aus ihren Programmen zu verbannen. Ausgenommen sind Boxkämpfe. Wenn allerdings zu erkennen ist, dass ein Boxer den anderen auf die Intensivstation prügelt, soll die Übertragung abgebrochen und stattdessen ins Krankenhaus umgeschaltet werden.
Meinungsforscher stellen Ende des Jahres 2011 fest, dass 19,28 Prozent der Deutschen nicht wissen, was eine Zeitung ist. Die Befragten erinnern sich aber genau, wer auf RTL2 bei "Deutschlands klügste Weinbergschnecken" gewonnen hat.

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