Mediengrummel : Satire-Attacke

Das ZDF hat die Asse der deutschen Kabarett-Szene. Und was macht die ARD? Die versucht auch mal wieder was, berichtet unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand.

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24. März 2014, 06:00 Uhr

Die einen suchen im Keller, ob's dort etwas zum Lachen gibt, andere schalten zur ARD. An beiden Orten geht's aber nicht besonders lustig zu. Die ARD weiß das und schaut neidisch auf das ZDF, wo in der „Anstalt“, bei „Pelzig“ und in der „heute-Show“ Kabarett und Satire stattfinden, dass es nur so quietscht. Jedenfalls werden dort noch die Schmerzgrenzen von ZDF-Fernseh- und Verwaltungsräten getestet, während im Ersten nichts daran erinnert, dass es hier einmal einen „Scheibenwischer“ mit Dieter Hildebrandt gegeben hat.

Ende 2012 sollte das endlich anders werden. Die ARD versprach großspurig eine neue Satire-Show mit Namen „Das Ernste“. Sie fand offenbar, dies sei ein solch irrer Titel, dass man die Sendung auch noch nach 0.00 Uhr unters Volk bringen könne. Das Spaßigste blieb die Bekanntgabe von Programmdirektor Herres: „Wir werden mit jungen Talenten eine Parodie-Farbe für unser Programm pilotieren…“ Das Volk aber legte sich um Mitternacht lieber ins Bett, es blieb bei einer Ausstrahlung und wer heute auf der ARD-Internetseite nach „Das Ernste sucht“, erfährt nicht einmal, in welchem Farbkübel die Bruchpiloten von damals gelandet sind.

Jetzt gibt es eine neue Satire-Attacke der ARD. Wieder zur Geisterstunde. Der NDR bringt Ende April und dann noch weitere fünf mal für 15 Minuten die „Postillon24-Nachrichten“. Deren Macher senden schon seit langem auf einer eigenen Internetseite, rund um die Uhr und sehr erfolgreich. Nun will der NDR auch etwas davon abbekommen und freut sich auf „die einzigen Nachrichten bei uns im Programm, die man nicht ernst nehmen muss“, sagte ein Direktor. Das fängt ja mal wieder total lustig an!

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