Mediengrummel : Rundfunkgebühren mit Gegenwert

Über die Rundfunkgebühren und die GEZ wird gern und viel gelästert. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat eine Gegenrechnung aufgemacht, die zu denken gibt.

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04. November 2012, 05:02 Uhr

Es wird reichlich und lustvoll gemeckert über die Rundfunkgebühr. Die heißt bei ARD, ZDF und Deutschlandradio seit neuestem Rundfunkbeitrag, was nach Mitgliedschaft in einem Verein und damit schon viel freundlicher klingt. Weil aber die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) von derlei Wortkosmetik nichts hält, steht bei den Kontoabbuchungen immer noch: "Vielen Dank für Ihre Rundfunkgebühren". Kein Wunder reagieren die Leute auf den Geldzugriff gereizt wie eh und je. Die einen meinen, sie könnten die 215,76 Euro pro Jahr besser für sich selbst ausgeben. Die anderen finden sogar, die Rundfunkanstalten sollten das Geld für ein besseres Programm ausgeben. Dabei übersehen beide Parteien wertvolle Momente unseres öffentlich-rechtlichen Programms.
Das jüngste Beispiel dafür liefern die Redenrundreisen des Abgeordneten Steinbrück. Die haben ihn nebenbei zum Umsatzmillionär gemacht und das mit Vorträgen, in denen er nichts anderes gesagt hat, als das, was er im Deutschen Bundestag oder auf SPD-Parteitagen erklärt hat, versichert sein Parteichef Gabriel. Was der Spötter uns sagen will: Hätten die ahnungslosen Führungskräfte von Banken, Versicherungen oder Stadtwerken einfach dann und wann den Debattensender Phoenix eingeschaltet, hätten sie für ihre Unternehmen eine Menge Geld sparen können. Schlauberger nämlich machen es sich bequem im Fernsehsessel, gönnen sich mit Phoenix ein paar spannende Stunden Übertragung aus dem Bundestag, und wenn sie dann den Dusel haben, Herrn Steinbrück bei einer Rede zu erwischen, haben sie ganz schnell 20.000 Euro gespart. Kein schlechter Gegenwert für ein paar lächerliche Euro Rundfunkgebühr.

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