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Mediengrummel

23. Oktober 2017 | 01:11 Uhr

Mediengrummel : Prima Weihnachten

vom

Wie konnte Weihnachten im Jahre Null genau so gut funktionieren wie heute? Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand empfindet das immer noch als großes Wunder.

shz.de von
erstellt am 26.Dez.2012 | 12:23 Uhr

Weihnachten hat wieder prima geklappt. Ganz so wie beim ersten Mal, als die Welt noch eine nicht digitale Scheibe war. Rückblickend ist wohl nicht die Jungfrauengeburt das größte Wunder, das im Jahr Null an einem 24. Dezember geschah. Es ist auch nicht der befremdliche Umstand, dass sich Maria und ihr Josef nach Betlehem aufmachten, um sich brav bei ihrem Finanzamt zu melden. Das eigentliche Mysterium bleibt, dass die Kommunikation damals ganz ohne Notebook und Smartphone funktioniert hat.
Ohne Mobil-Portal oder Finanz-App wusste ein jeder, dass er sich in die Steuerliste seiner Geburtsstadt einzutragen hatte. Die Unterkünfte in Betlehem waren allerdings ausgebucht, als wäre das Online-Booking schon erfunden. So hätte wohl niemand das Ereignis in einem Stall mitbekommen, wäre da nicht ein Engel gewesen, der einigen Hirten die Short Message vom neugeborenen Kindlein in die Ohren zwitscherte. Allüberall hörten die Männer süßes Geklingel und liebliche Töne, ähnlich dem, was wir heute das ganze Jahr über in Bussen oder Wartezimmern vernehmen dürfen. Und über allem blinkte ein Stern, dem drei Follower aus dem Morgenland in den besagten Stall folgten. Was die drei Freunde dort erlebten, bewerteten sie mit jeder Menge Find-ich-prima-Daumen.
Maria speicherte das Event tief in ihrem Herzen ab, zum Glück erfuhren aber zwei geschäftstüchtige Papier-Blogger davon und hielten es in einem Testament fest. Später postete irgendjemand die Beiträge im Internet. Weil das bekanntlich nichts vergisst, geistert die Geschichte nun periodisch durch die ganze Welt und hat als Holy-Christmas-Storm auch in diesem Jahr wieder Kassen und Kirchen prima gefüllt.

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