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Mediengrummel

20. September 2017 | 11:33 Uhr

Mediengrummel : Polit-Schauspieler

vom

Zwischen Politik und Schauspielerei gibt es so etwas wie ein natürliches Geben und Nehmen. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand ist der Sache mal nachgegangen.

shz.de von
erstellt am 14.04.2014 | 06:30 Uhr

Alle Politiker sind Schauspieler, hat Clint Eastwood gesagt. Logisch, dass es Schauspieler dann und wann auch in die Politik zieht. Eastwood selbst war zwei Jahre Bürgermeister einer Kleinstadt. Danach hat er eingesehen: "Wenn Filme so gemacht würden, wie Stadtpolitiker einen Ort verwalten, dann gäbe es nur noch alle zehn Jahre einen neuen Spielfilm." Auch sein Republikanerfreund Ronald Reagan hatte sich gefragt: "Wie kann ein Politiker kein Schauspieler sein?". Dann ist er Präsidentendarsteller geworden. Der dritte Schauspieler-Macho im Bunde, Arnold Schwarzenegger, vernichtete auf der Leinwand die Bösen, später, als Gouverneur, den Staatshaushalt von Kalifornien. In Deutschland schaffte es Gerhard Schröder immerhin in die Seifenoper "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und Guido Westerwelle in den Big-Brother-Container. Bruno Ehrlicher, langweiliger Tatort-Kommissar in Leipzig, wollte im Ruhestand als Peter Sodann Bundespräsident werden, musste den Posten aber einem Laiendarsteller überlassen.

In Tschechien ist Martin Stropnicky ein bekannter Schauspieler. Jetzt mimt er fürs Land den Verteidigungsminister. Dass alle Politiker auch Schauspieler sind, nimmt der Oberbefehlshaber wörtlich. Gerade dreht er neue Folgen einer TV-Krimiserie, in der er den Hauptkommissar spielt. Die Opposition schäumt. Dabei ist es beruhigend, wenn Verteidigungsminister Besseres zu tun haben, als sich mit Drehbüchern für neue Schlachten zu beschäftigen. Auch hierzulande. Und wer weiß, vielleicht verhandelt das ZDF für seine Sonntagabend-Schmonzette schon mit einer dreiwetter-geföhnten Polit-Schauspielerin über ihren neuen Nebenberuf?

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