zur Navigation springen
Mediengrummel

13. Dezember 2017 | 16:33 Uhr

Mediengrummel : Nicht mit mir!

vom

Sie müssen nicht Nachfolger von Thomas Gottschalk werden, um in den Medien groß rauszukommen. Im Gegenteil. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand gibt ein paar Tipps.

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2011 | 06:28 Uhr

Nie war es leichter, in den Medien groß rauszukommen. Mindestens aber in einer Meldung unter Vermischtes erwähnt zu werden. Denn was Kerkeling, Pilawa, Jauch, Schöneberger und wie sie alle heißen täglich aufs Neue schaffen, kann jeder von uns. Sie müssen lediglich eine Presseerklärung abgeben, in der Sie klipp und klar sagen, dass Sie für eine Gottschalk-Nachfolge nie und nimmer zur Verfügung stehen. Dass niemand Sie darum gebeten hat, dürfen Sie natürlich nicht zugeben. Behaupten Sie einfach, Sie hätten die entsprechende Frage eines Journalisten mit einem "Nicht mit mir!" zurückgewiesen. Das reicht allemal für eine Zehn-Zeilen-Meldung.
Ergiebiger für Sie und die informationshungrigen Medien ist es natürlich, wenn Sie einen Grund dafür nennen, warum "Wetten dass..?" auch in Zukunft ohne Ihre Faxen auskommen muss. Die Ausrede "RTL, Das Erste und ZDF - drei Sender wären nicht nur für mich einer zu viel" ist allerdings schon verbraucht. Auch Notlügen wie Sie seien keine "Rampensau" oder "Ich hätte genügend bunte Anzüge, aber leider keine Zeit, da ich 2012 auf große Jubiläumstournee gehe" haben schon andere verbreiten lassen. Der Einwand, Sie hätten keine Lust, Gottschalks merkwürdige Fummels aus Sofastoffen aufzutragen, wäre jedoch neu. Eine weitere Option wäre das Bekenntnis: "Von Gummibärchen und Frau Hunziker krieg ich immer Pickel und das macht sich nicht gut im Fernsehen." Auf einen Spitzenplatz in der Liste der plausibelsten Ausreden könnten Sie es mit dem Argument schaffen: "Ich lass die Finger von der Sendung, weil ich beim Wetten schon alles verloren habe, aber noch nicht meinen Verstand".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen