Mediengrummel : Neues aus der Glücksforschung

Wo's platt ist, sind die Menschen am glücklichsten. In Berlin wie in Schleswig-Holstein. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat auch Neumünster nicht vergessen.

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11. November 2013, 06:00 Uhr

Neumünster | Viele kümmern sich um unser Glück. Die Anhänger der Großen Koalition in Berlin zum Beispiel. Damit wir das glauben, treten Abend für Abend im Fernsehen glückliche Pärchen vor die Kameras. Die Angi und der Siggi, der Peter und die Hannelore, ganz rührend die Andrea und die Uschi. Der graue Maut-Peter und sein bayrischer Jungspezi Florian fremdeln noch ein wenig, aber sonst läuft die Herzblatt-Flirtshow ähnlich putzig ab wie die in den 80ern mit Rudi Carrell. Die GroKo-Entertainment GmbH macht ihre Arbeit.

Auch die Deutsche Post sucht das Glück. Dazu hat sie einen "Glücksatlas" erstellen lassen und herausgefunden, dass Deutschland auf einem "Zufriedenheitsplateau" liegt. Fazit: Je platter das Land, desto glücklicher die Menschen. Deshalb sind in Schleswig-Holstein im bundesvergleich nicht nur die Kühe am glücklichsten. Die letzten übrig gebliebenen Briefträger hier sind beglückt, weil sie ihre Fahrräder nicht über Berge schieben müssen. Die Postkunden hinterm Knick sind überglücklich, weil ihre Briefkästen oft tagelang leer bleiben und sie von Rechnungen und Reklamekram verschont werden. Die Post ist mit sich zufrieden, weil sie "einen Beitrag zur nationalen Glücksforschung" ausgeliefert hat  – wenn's mit Briefen und Paketen schon nicht so richtig klappt.

Die glücklichsten Schleswig-Holsteiner leben in Neumünster, hat kürzlich ein Radiosender herausbekommen. Ein städtischer Bediensteter erklärt sich das unter anderem mit der Lage: „Von Neumünster aus ist man in 45 Minuten an beiden Küsten.“ Heißt: Über drei Autobahnauffahrten kommt man ganz schnell weg. Da haben die Neumünsteraner wirklich großes Glück.

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