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Mediengrummel : Nachrichten, die es in sich haben

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Es gibt Nachrichten, die sind schneller vergessen als gelesen. Manchmal lohnt es sich aber, zweimal zu lesen, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand.

Vermutlich ist es kein Zufall, dass die Redaktion zwei Beiträge untereinander platzierte, die es jeder für sich in sich haben. In einen Zusammenhang gebracht erst recht. In dem einen Artikel erfahren wir, dass die Staatsanwaltschaft der Deutschen Bank mal wieder auf den Fersen ist. Es geht um den Verdacht des Prozessbetrugs im Streit um Schadenersatzzahlungen an die Erben des Medienmoguls Kirch. Bank und Erben haben im Frühjahr einen Vergleich geschlossen. 925 Millionen Euro zahlt die Bank, damit endlich Ruhe sein sollte.

In einem zweiten Artikel lernen wir, dass eine Näherin in Bangladesch für ein T-Shirt, das bei uns 29 Euro kostet, 18 Cent erhält. Das ist etwa so, als würde ein Deutsche-Bank-Manager dafür, dass er 925 Millionen Euro versenkt hat, nur 5,7 Millionen Euro Bonus erhalten, den er sich dann auch noch mit weiteren Vorstandskollegen teilen müsste.

Noch eine Zeitungsmeldung zum Mitdenken. „Wie geht's am Aktienmarkt weiter?“, fragt sich ein Redakteur angesichts der unsicheren politischen Lage. Er zitiert eine angebliche Börsenwahrheit: „Politische Börsen haben kurze Beine.“ Wie die Lügen? Und aus einem Rest an Schulwissen meldet sich der alte Grieche Euklid: „Sind zwei Größen einer dritten gleich, so sind sie auch untereinander gleich.“ Wenn also politische Börsen und Lügen kurze Beine haben, dann bestehen logischerweise politisch gelenkte Börsen aus lauter Lügen.

Nachdenklich macht die Nachrichtenauswahl eines anderen Blattes. Warum wohl steht die Information, dass gelbe Abfallsäcke in Zukunft durch gelbe Tonnen ersetzt werden, gleich neben der Meldung, dass für Karstadt ein neuer Eigentümer gefunden wurde?

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erstellt am 18.08.2014 | 06:30 Uhr

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