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Mediengrummel

17. Dezember 2017 | 17:29 Uhr

Mediengrummel : Kurz & kryptisch

vom

Lange Wortketten kosten nicht nur Zeit, sondern auch viel Platz. Und damit auch Geld. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat sich um Kürzel in den Medien gekümmert.

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2011 | 07:45 Uhr

Ob H1N1 , ALG2, MP3, DIN A4, H5N1 oder gar G8 und GSG9 - Abkürzungen sind in den Medien so gefragt wie Schweinegrippe, Hühnerpest und Gurkenhorror. Ohne Abkürzungen gehts nicht mehr. Und täglich werden es mehr. Gerade wurde uns von FAZ bis sh:z , von RKI, BfR und UKE beigebracht, was es mit den Kürzeln EHEC und HUSEC 41 auf sich hat. Übersetzt heißen diese Buchstaben einfach: Finger weg von Gurken, Tomaten und Salatköpfen. Schließlich sollen uns Abkürzungen das Leben leichter machen. Ohne lange Wortwürmer, ohne Zungenbrecher. Nebenbei: Dass die Rundfunksprecher für den Vulkan Eyjafjallajökull noch keine Abkürzung verwenden, ist nur als sportlicher Wettstreit unter Sprachakrobaten zu verstehen. Fürs kurze Gespräch übern Gartenzaun wäre jedenfalls EFJ eine große Erleichterung.
Oft jedoch ahnen Menschen nicht einmal mehr, wofür einzelne Buchstaben in Abkürzungen stehen. Mitglieder politischer Parteien beispielsweise. Aber wir alle können im Kürzel-Tsunami leicht den Überblick verlieren. Immerhin lassen sich mit drei Buchstaben 24.389 unterschiedliche Buchstabenketten herstellen. Vier Buchstaben eröffnen schon 707.281 Möglichkeiten, kurz und kryptisch zu formulieren. Und der Trend geht zu fünf und mehr Zeichen. Man spürt, in welchem Zwiespalt die Medien stecken, insbesondere die Tageszeitungen. Ohne Abkürzungen bräuchte es womöglich zwei zusätzliche Seiten pro Ausgabe, was aus Kostengründen unmöglich ist. Trotzdem wollen Journalisten ihre Leser nicht mit rätselhaften Kürzeln allein lassen. Eine Rubrik ADTUWSB (Abkürzungen des Tages und was sie bedeuten) wäre da bestimmt hilfreich!
(shz)

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