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Mediengrummel : Klopp rennt, die ARD schießt

vom

Da keiner die Nachrichten aus der Ukraine mehr hören kann, musste Jürgen Klopp aushelfen, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand. Und die ARD hat auch Wichtiges zu bieten.

shz.de von
erstellt am 14.04.2014 | 06:30 Uhr

Es gab kurzzeitig noch Wichtigeres als die Propagandaschlacht in der Ukraine, das Gemetzel in Syrien und den Exodus der Ärmsten übers Mittelmeer. An die Spitze der Nachrichten, die uns interessieren sollen, schaffte es vorübergehend Österliches - und auch Jürgen Klopp. Auf einer Pressekonferenz sagte der, dass er dringend "mal für kleine Trainer" müsse. BILD.de war dann dabei beim "Klopp-Sprint aufs Klo" und meldete Vollzug: "Der Trainer hatte nach Abpfiff Magen-Darm-Probleme..." Von "Focus" bis "Stern" muss man da mithalten. Dort war zu lesen, dass ein von Klopp gekauter Kaugummi, den er nach dem DFB-Pokal Halbfinalspiel gegen Wolfsburg ausgespuckt hat, bei Ebay zu ersteigern sei. Ob demnächst noch Überbleibsel des Klo-Sprints im Devotionalien-Handel zu ergattern sind? Wir werden es erfahren, bestimmt.

Starke Nachrichten gab's auch von Männern, die gelegentlich mal für große Fernsehchefs müssen. Programmdirektor Herres verkündet:"Liebe, Abenteuer, Romantik, Mord - das ist Teil unseres Auftrags". Das bunte Leben eines Auftragskillers mit der Lizenz zum Fernsehmachen. Im Tagesschau-Studio in Hamburg wird seit neuestem eine 18 Meter breite Hintergrundwand bespielt, "Anchorwoman' und Anchorman" sollen sich im Studio "richtig bewegen", schwärmt die ARD. Werden die Sprecher uns die Krim-Krise nun vortanzen? Man muss mit allem rechnen. Schließlich gibt Chefredakteur Gniffke die Parole aus: "Keine Angst vor Emotionen!". Also ballert er los: „Die 20-Uhr-Nachrichten bleiben das journalistische Stahlmantelgeschoss der ARD. Da sind wir humorlos.“ Ab acht Uhr wird zurückgeschossen! Wer lacht wird umgelegt! Taa-taa ta-ta-ta-taaa!

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