Mediengrummel : Hoeneß' Glück

Kein Promi-Bonus für Hoeneß, aber doch noch Glück gehabt. Es hätte nämlich alles viel schlimmer für ihn kommen können, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand.

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17. März 2014, 06:00 Uhr

ARD-Brennpunkt, ZDF-Spezial, Mitleidsbekundungen von Christoph Daum – es kam knüppeldick für Uli Hoeneß. Aber mit 42 Monaten Gefängnis hat er doch noch Glück gehabt Das Gericht hätte auch 42 Punkte Abzug für seine Bundesligakicker verhängen können. Dann würden die Bayern am Ende zwar immer noch weit vor Leverkusen und Schalke liegen, allerdings nur als Zweite hinter Dortmund. Schwarz-Gelb vor Schwarz-Geld. Soweit wollte das Gericht die Resozialisierung des Steuerhinterziehers und seiner Bayern-Fans dann doch nicht treiben.

Kein Promi-Bonus, nicht vor Gericht und auch nicht im Mediengeschäft. Schon gar nicht untereinander. Der "Spiegel" frotzelt über den "Bild"-Chef: Mit seinem Bart wirke dessen "untere Gesichtshälfte wie eine Mischung aus Waldschrat, Weihnachtsmann und Osama bin Laden". Kommt hin, kommt aber wieder zurück. Der Mann von "Bild" ätzt: Des bartlosen "Spiegel"-Chefs obere Gesichtshälfte wirke "wie eine Mischung aus Mantelpavian, Lisztäffchen und Orang-Utan". Das Revier ist abgepinkelt.

Noch ein Promi ohne Bonus durfte bei "Bild" vor aller Augen Pipi machen. Das Amtsgericht Miami habe Videoaufnahmen veröffentlicht, die Justin Bieber bei einem Urintest zeigen. Mit Ausrufezeichen! Die Spülung habe Bieber erst nach Aufforderung betätigt. Ein Mantelpavian macht das von sich aus, wenn er geschult ist.

Der "Spiegel" meldet eine weitere Promi-Demütigung. Eine frühere Redaktionsleiterin klagt gegen das ZDF. Nachdem die Übertragung von "Wetten das...?" aus Mallorca missraten war, wurde die Dame strafversetzt: Jetzt muss sie sich um die Shows von Carmen Nebel kümmern. Wie gesagt, der Hoeneß hat echt Glück gehabt.

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