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Mediengrummel : Höchstes Preisniveau

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Preise werden im Mediengeschäft gerne genommen. Auch von Monarchen. Dagegen gehen einige Journalisten immer leer aus, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand.

shz.de von
erstellt am 17.02.2014 | 06:00 Uhr

Die Preisgestaltung im Mediengeschäft ist schwierig geworden. Will man höchstes Preisniveau erreichen, sind Einfälle gefragt. Der Firma Media Control ist auf die Idee vom "Deutschen Medienpreis" gekommen. Die jährliche Auszeichnung im Provinzstädtchen Baden-Baden hat meist wenig mit Deutschland und fast nichts mit großartigen Leistungen für die Medien zu tun. Wichtig sind die Namen derjenigen, die den Preis annehmen.

In der Vergangenheit waren das zum Beispiel die Königinnen aus Schweden und Jordanien nebst ihrem männlichen Berufskollegen aus Spanien. Demnächst wird "Ihre Majestät Königin Máxima für ihr soziales Engagement" mit dem Preis dekoriert. Dann wird die Gala der feiernden Promis wenigstens in den bunten Blättern zu einer Medienveranstaltung.

Manchmal werden im Mediengeschäft auch Journalisten mit Preisen bedacht. In Berlin gab es eine Veranstaltung, die aus 121 "Journalisten des Jahres" die allerallerbesten ausgewählt hat. Eine mühsame Aufgabe, die erfreulicherweise von nur 80 Juroren bewältigt werden konnte.

Leer ausgegangen sind wieder einmal Journalistinnen und Journalisten, die regelmäßig von "Reporter ohne Grenzen" erwähnt werden. Ohne Preis blieben die 110 Journalisten und Blogger, die letztes Jahr bei ihrer Arbeit getötet wurden. Keiner der 87, die entführt worden sind, war unter den Siegern. Auch die 187 eingesperrten Journalisten haben nichts abgekriegt.

Wäre auch schwierig gewesen, sie bei "Praline zu gebeiztem Kalbsfilet" und "Kurz oder lange Gebratenem vom Weiderind" begrüßen zu können. Aber im nächsten Jahr gibt's ja auch wieder Preise. Und eine neue Liste von "Reporter ohne Grenzen".

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