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Mediengrummel : Hinterhältiger Bayern-Sender

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Ist der „Tatort“-Kommissar Leitmayr wirklich tot? Nein, beteuert der Bayerische Rundfunk. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand rechnet nun mit dem Schlimmsten.

shz.de von
erstellt am 28.04.2014 | 06:30 Uhr

Lebt denn der alte Leitmayr noch? Ja, er lebt noch, behauptet der Bayerische Rundfunk. Der in Ehren ergraute „Tatort“-Kommissar lag zuletzt mit einer Stichwunde regungslos auf dem Fußboden. Neben ihm kniete sein weißhaariger Kollege Batic und flehte: „Wir schaffen das, Franz!“. Dann war Schluss, jedenfalls mit dem Sonntagskrimi.

Wahrscheinlich sind beim Bayerischen Rundfunk kistenweise Kondolenzschreiben eingegangen. Vielleicht haben auch einige Zuschauer nach dem jähen Ende des Leitmayr Franz angekündigt, München zu verlassen und ins westfälische Münster umzuziehen, weil dort die Kommissare und die Kriminellen lustiger sind. Der Bayern-Sender musste schließlich zugeben, dass Leitmayr weiter lebt und alles nur ein Trick war. Eine Sprecherin sagte: „Wir wollten die Zuschauer mit einer brennenden Neugier entlassen und sie noch mal am eigenen Leibe spüren lassen, wie lieb ihnen Leitmayr und Batic über die vielen Jahre geworden sind“. Ein millionenfacher Messerstich in die Rücken der Zuschauer, sozusagen.

Ja sakra! Wenn diese Art von hinterhältiger Zuschauerbindung bei den Gebührensendern Mode wird, müssen wir uns noch auf einige Überraschungen gefasst machen. Kann es sein, dass Heinz Schenk seine Äbbelwoi-Bembel noch gar nicht im blauen Himmel verteilt? Vielleicht hat die ARD ihn nur sterben lassen, damit wir merken, was ein Leben ohne hessischen Humor wert ist. Falls auch noch Markus Lanz Ende des Jahres plötzlich leblos von der „Wetten, dass..?“-Bühne getragen werden sollte, wissen wir Bescheid: der kommt wieder. Das ZDF will uns nur spüren lassen, wie lieb uns Lanz in gut zwei Jahren geworden ist.

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