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Mediengrummel

18. Oktober 2017 | 23:06 Uhr

Mediengrummel : Ex-Medienstars

vom

Medienruhm hat ein kurzes Haltbarkeitsdatum. Es sei denn, er lebt in einem Denkmal weiter. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat verschiedene Beispiele gefunden.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2012 | 06:07 Uhr

Im Allgemeinen verglühen Medienstars schnell, wenn ihre Karriere zu Ende ist. Wenn sie aber Glück haben, werden ihnen Denkmäler gesetzt. Wie dem Kraken-Orakel Paul, der bei der letzten Fußball-WM mediengefällig die Spielergebnisse prophezeit hat. Heute erinnert in Oberhausener eine Skulptur an den visionären Tintenfisch. Auch Problembär Bruno darf sich der Bewunderung über seine medienwirksamen Tage hinaus sicher sein. Schafe, Hühner, sogar ein Meerschweinchen hatte er einst in Bayern erbeutet. Nun steht der ausgestopfte Ex-Medienstar im Museum und mancher Betrachter versteht erst jetzt die eindringliche Warnung Edmund Stoibers: "Äh, wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normal sich verhaltenden Bär, dem Schadbär und dem äh, Problembär." Herziger gab sich Medienbär Knut, den allerdings eine Hirnerkrankung allzu früh aus der Mitte der Berliner gerissen hat. Der Medienliebling ist nicht vergessen: Bald dürfen die Bärenwallfahrer von einst wahlweise vor dem ausgestopften Fell oder einer Bronzeskulptur defilieren.
Eigentlich sollte auch Medienstar Heidi, das Opossum mit dem Knick in der Optik, unsterblich werden. Die Beutelratte aus dem Leipziger Zoo hatte monatelang in jede Kamera geschielt, bis sie ihre Augen für immer schloss. Pläne, ihre sterbliche Hülle originalgetreu herzurichten, sind jetzt gescheitert. Heidis Silberblick ließ sich nicht wieder herstellen. Stern.de zitierte eine erleichterte Facebook-Schreiberin: "Großartige Menschen präpariert man ja auch nicht, um sie von der Allgemeinheit anstarren zu lassen". Nein, tut man nicht. Nicht einmal die weniger großartigen Ex-Medienstars. Die schickt man ins Dschungelcamp.

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