zur Navigation springen
Mediengrummel

23. Oktober 2017 | 06:31 Uhr

Mediengrummel : Endzeitstimmung

vom

Sind wir momentan Zeugen des Untergangs einer Fernseh-Ära? Auch unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat Anzeichen dafür gefunden und macht sich so seine Sorgen.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2012 | 06:19 Uhr

Schmidt hat den Laufpass bekommen, Gottschalk und Kerner wurden gefeuert, Jauchs Quoten sinken. Medienbeobachter sorgen sich: Sind die Programme noch zu retten? Steht das deutsche Fernsehen gar vor dem Ende einer Ära? Selbst die verlässliche Showgröße Heesters hat ausgesendet. Kachelmann ist mit seiner Wetterkarte im Orkus verschwunden. Von Biolek gibts nur noch Aufgewärmtes und auch Elstner stippt sein letztes Fernsehgnadenbrot.
Angesichts solchen Aderlasses und chronischer Geldknappheit muss man sich sorgen, ob die öffentlich-rechtlichen Anstalten ihrem Auftrag zur Grundversorgung der Fernseh-Nation weiterhin nachkommen können. Zum Glück haben sie noch ein paar Millionen übrig für monumentale Sportereignisse und den Eurovision Song Contest. Auch die diversen Talk-und Rate-Meister samt ihren eigenen Produktionsgesellschaften können von den Gebühreneuros einigermaßen leben. Doch ZDF-Intendant Bellut zum Beispiel soll von 2,1 Milliarden Euro Ausgaben 75 Millionen einsparen. Obendrein will er das Durchschnittsalter seiner Zuschauer sage und schreibe von 61 auf 60 senken.
Da trifft es sich gut, dass wieder mal jemand die "Schwarzwaldklinik" im Archiv aufgestöbert hat. Also hat das ZDF entschieden, die 72 Folgen zum elften Mal zu wiederholen. Obwohl Chefarzt Brinkmann wegen ewiger Abwesenheit dringend ersetzt werden müsste. Gesendet wird die Serie wohl bis zum Ende der Milchstraße. Die soll ja in vier Milliarden Jahren frontal mit der Andromeda-Galaxie zusammenkrachen und unser Sonnensystem völlig durcheinander jagen. Aber vorher bekommen wir bestimmt noch einige Male die alten Sendungen von Schmidt, Gottschalk, Kerner & Co zu sehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen