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Duisburg : Dreißig Meter für Schimanski

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Duisburg setzt Kommissar Schimanski ein Denkmal. Die Stadt könnte Vorbild für weitere Tatorte in Deutschland sein, findet unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Duisburg | Der Fleißigste ist Horst Schimanski nicht. Kommissar Batic aus München ist da ein anderer Typ. Er kommt bis heute auf 66 „Tatort“-Einsätze. „Schimmi“ schafft es mit 29 Ermittlungen gerade mal auf Platz acht der Bestenliste, laut tatort-fundus.de. Für die nicht gerade erfolgsverwöhnten Duisburger Stadtpolitiker reicht das immer noch, einer hässlichen, 30 Meter langen Durchfahrt den Namen „Horst-Schimanski-Gasse" zu geben. „Schimmi-Gasse“ ging leider nicht, da machte das Bauamt nicht mit.

Andere Städte sollten sich das gerne zum Vorbild nehmen. Bremen zum Beispiel. Die Kommissarin dort, Inga Lürsen, ist nie aus der Stadt rausgekommen und vermutlich deshalb für Kollegen und Zuschauer gleichermaßen schwer zu ertragen. Weil sie auch noch mit einem Lehrer verheiratet war, könnte die Stadt doch eine Grundschule nach ihr benennen. Motto: Wenn Ihr nicht brav seid, kommt morgen Frau Lürsen vorbei!

Oder Hamburg. Dort wütet seit kurzem Kommissar Nick Tschiller. Sein Colt sitzt locker, Leichen pflastern seine Beamtenlaufbahn. „Er fackelt nicht lange, wenn sein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit verletzt wird“, heißt das im NDR-Jargon. Weil er damit für reichlich Nachschub in Begräbnishallen sorgt, könnten sich die Hanseaten kostengünstig mit einem „Tschiller-Friedhof“ erkenntlich zeigen.

Mit dem Namen von Reto Flückiger aus der Schweiz, dem Fachgruppenchef von „Delikte Leib und Leben“, lässt sich in Luzern bestimmt noch eine verkehrsberuhigte Tempo-20-Zone schmücken. Und für die eben geschasste Hauptkommissarin Eva Saalfeld findet sich in Leipzig oder auf Sylt sicherlich noch eine Sackgasse mit Schlaglöchern und Wendehammer.

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