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Mediengrummel

18. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Mediengrummel : Die WM überleben

vom

In gut fünf Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Dabei geht es für manche um Leben und Tod, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand. Nicht nur im Stadion.

shz.de von
erstellt am 28.04.2014 | 06:30 Uhr

500 Mitarbeiter von ARD und ZDF machen sich demnächst auf den Weg zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Alle müssen vorher auf einer "E-Learning-Plattform" der Sender einen Kurs absolvieren. Geht es doch beim Fußballspielen gelegentlich um Leben und Tod. Nicht nur auf dem Rasen und auf den Tribünen, sondern auch beim Weg dorthin oder beim Besuch in der Bar an der Ecke. Immerhin sterben in Brasilien jede Woche einige hundert Menschen eines gewaltsamen Todes.

Auf dem Lehrplan der öffentlich-rechtlich Bediensteten stehen vor Reisebeginn nicht Feinheiten der Abseitsregel oder Vorschriften über die Mindesthöhe von Eckfähnchen. Vermittelt wird unter anderem, dass im Land der Fußball-WM "kleine Überfälle an der Tagesordnung" sind, wie es der Sicherheitsbeauftragte der Sender formuliert. Fast immer seien Waffen im Spiel, von denen rücksichtslos Gebrauch gemacht werde. Der Experten-Tipp: „Am besten hat man immer etwas dabei für den Fall eines Raubes.“ Ein Handy zum Beispiel. Deshalb werden die Fernsehangestellten mit preiswerten Mobil-Telefonen ausgerüstet, die man bei den Straßenräubern ohne großen Schaden gegen Unversehrtheit eintauschen kann. Augenkontakt sei bei diesem Vorgang übrigens nicht ratsam, sagen die Spezialisten. Das könnte bei den Banditen zu Kurzschlussreaktionen führen.

Der "Tagesspiegel" berichtet, dass die deutschen Fernsehmitarbeiter in Rio ihre Fahrten zwischen dem Studio an der Copacabana und der 30 Kilometer entfernten Regie in Konvois absolvieren, die von Sicherheitsdiensten paramilitärisch geschützt werden. Das Wichtigste an der schönsten Nebensache der Welt ist nun mal, dass man sie überlebt.

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