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Mediengrummel : Die Gefahr lauert überall

vom

Die Lage ist angespannt. Experten und Medien beruhigen uns täglich und geben ihr Bestes. Trotzdem versucht unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand, die Nerven zu bewahren.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2010 | 09:30 Uhr

Sind wir mal ehrlich: Gewusst haben wir es schon lange. Jetzt, da es plötzlich soweit ist, bekommen Sie und ich und der Rest der Deutschen Schweißausbrüche. Dabei war uns allen klar, dass es im Land Schläfer gibt, die das ganze Jahr auf ihren Einsatz warten. Knall auf Fall werden ganze Schläferzellen aktiv. Die Gefahr lauert dieser Tage überall. Die Medien bombardieren uns täglich mit neuen Hinweisen, damit wir in dieser angespannten Lage nicht die Nerven verlieren. Experten geben uns über Hörfunk und Fernsehen stündlich Tipps, wie wir die nächsten Wochen gelassen überstehen können. Neulich hat einer gesagt: "Wenn wir - egal was passiert - keine Furcht zeigen, dann ist dies ein guter Ansatz". Möchte ich ja, aber dann hör ich vom Bundesinnenminister, dass er Maßnahmen ergreift, sogar eine Vielzahl von Maßnahmen, die wir gar nicht sehen können. Das soll beruhigen?
Der Berliner Innensenator hat wenigsten einen handfesten Vorschlag: "Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist." Sollten Sie also demnächst einen Typen mit Vollbart, rotem Kampfanzug und Jutesack voller obskurer Pakete entdecken, informieren Sie dringend Ihre Polizeidienststelle. Und wenn irgendwo drei seltsam aussehende Menschen herumstrolchen, die nach harter Befragung gestehen, sie seien aus dem Morgenland geschickt worden und hätten es vor allem auf unsere Kinder abgesehen, schlagen Sie Alarm!
Natürlich gibt es in diesen schweren Tagen auch Paniktrittbrettfahrer wie den ZDF-"Terrorismusexperten" Theveßen. Der rät angesichts verdächtiger Gegenstände, etwa Paketen, tatsächlich: "Deckung suchen. Polizei anrufen. Wenn Flucht unmöglich: Tot stellen." Nein, so einfach ist der Kampf gegen den Weihnachtsterror wirklich nicht zu gewinnen!

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