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Mediengrummel

13. Dezember 2017 | 05:14 Uhr

Mediengrummel : Das Sch-Wort

vom

„Schland“ schreibt sich nicht mit „t“, sondern mit „d“. „D“wie Deutschland. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand ist froh, dass „Schland“ den Weg ins Wörterbuch gefunden hat.

shz.de von
erstellt am 14.07.2014 | 06:30 Uhr

Nein, in unserem Bildungssystem lassen wir keinen zurück. Schon gar nicht die sportlichen Gewohnheitstrinker. Angenommen, die deutsche Fußballnationalmannschaft hat mal wieder ein Spiel gewonnen. Dabei hat sie circa so viel Tore geschossen, wie die lautesten Anhänger Promille Alkohol im Blut haben. Also drei bis vier. Nach ihrer Meinung zum Spiel gefragt, schaffen es die durstigsten Schlachtenbummler gerade noch, ein kurzes „geil!“ und ein langes „Schland“ herauszubrüllen, was die Überlegenheit der Fußballnation Deutschland bekräftigen soll. Aber was tippen die Siegestrunkenen in den SMS an ihre Kumpels in der heimatlichen Kneipe? „Schland“ mit „t“ oder mit „aaa“? Kein Problem mehr, sie können seit kurzen die richtige Schreibweise in einem Wörterbuch nachschlagen.

Das Wörtchen „Schland“ hat inzwischen eine solche Verbreitung erfahren, dass das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache (IDS) den Jubelschrei in sein Nachschlagewerk „Neuer Wortschatz“ aufgenommen hat. Als Beispiele für eine typische Verwendung nennt das Institut: „Schland rufen, Schland brüllen, Schland grölen, die inoffizielle WM-Hymne ,Schland o Schland...“ Die Kommunikationssituation sei „meist mündlich“. Das wird sich jetzt ändern, da endlich jede Saufnase nachschlagen kann, wie man „Schland“ schreibt.

Gut möglich, dass es das Sch-Wort demnächst auch in den Duden schafft. Dann wird ein Schland-Sturm losbrechen und keiner will's mal wieder gewesen sein. Lebte Heinz Erhardt noch, würde er vermutlich sagen: „Ich kann nichts dafür, ich habe die deutsche Sprache nicht gemacht. Ich heiße nicht Duden, obwohl meine Frau häufig fragt: Was bist duden für einer?“

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