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Mediengrummel

20. August 2017 | 16:18 Uhr

Mediengrummel : Brähmigs Idee

vom

Die Planungen für den Sommerurlaub laufen. Ein Abgeordneter will Entscheidungshilfen geben. Seine Idee hat unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand gerne aufgegriffen.

Herr Brähmig hatte eine Idee. Der eher unbekannte CDU-Bundestagsabgeordnete forderte die Kennzeichnung von Diktaturen in Reisekatalogen. Dann würden sich viele Touristen für ein Urlaubsziel entscheiden, "in dem keine Frauen diskriminiert oder Kinder ausgebeutet werden", sagte er der Berliner Zeitung. Obendrein fragte er noch, wer denn am Strand liegen will, "wenn wenige Kilometer weiter die Einheimischen abgeschlachtet werden". Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes lehnte einen solchen "Diktatur-Stempel" postwendend ab.
Vielleicht könnten ja andere die verkannte Idee des Abgeordneten übernehmen. Zum Beispiel die ARD. Bei der Übertragung vom Eurovision Song Contest im Mai könnte doch ein Laufband an unteren Bildrand wichtige Informationen über den Veranstaltungsort übermitteln: +++ Achtung! Reporter ohne Grenzen führt Aserbaidschan in der Rangliste der Pressefreiheit aktuell auf Platz 162 +++ Kritischer und unabhängiger Journalismus wird vom Regime des Präsidenten vehement bekämpft +++ Es herrscht ein Klima der Angst und Repression +++ Amnesty International kritisiert systematische Verletzung der Rechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit +++ Es gibt Berichte über Misshandlungen von Menschen in Haft +++
Der ARD-Verantwortliche für das Festival, Thomas Schreiber, beklagt, dass Kritiker an seinem Schlagerwettbewerb strengere Maßstäbe anlegen als an Olympische Spiele. So falsch liegt er da nicht. Der Ex-Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Brender, warb 2008 für die Übertragungen aus China mit der griffigen Werbeformel: "Die Olympischen Spiele werden ein Weltereignis zwischen Magie und Menschenrechtsverletzungen". Moneten hatte er vergessen.

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erstellt am 11.Mär.2012 | 03:28 Uhr

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