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Mediengrummel

18. August 2017 | 15:01 Uhr

Mediengrummel : "Bild" kämpft

vom

"Bild" ist es schon mal besser gegangen. Aber im Kampf um die Pressefreiheit lässt sich das Blatt nicht entmutigen, hat Kolumnist von Gerhard Hildenbrand erkannt.

Die Financial Times Deutschland ist tot, die Frankfurter Rundschau hofft noch und auch der "Bild"-Zeitung ist es schon mal besser gegangen. Jedenfalls kämpft sie inzwischen nicht nur für ihre Leser, sondern auch um ihre Leser.
In 14 Jahren ist die verkaufte Auflage des Boulevard-Blattes um fast zwei Millionen auf 2,52 Millionen gesunken. Wenn das so weitergeht, wird in spätestens 15 bis 18 Jahren die letzte "Bild"-Zeitung verkauft sein, hat neulich ein Scherzbold ausgerechnet. Doch noch kämpft die Springer-Zeitung nicht nur um höhere Verkaufszahlen, sondern wieder einmal für die Pressefreiheit. Nachdem die schon gegen den Ex-Bundespräsidenten verteidigt werden konnte, mussten jetzt die Angriffe des Kabarettisten Ottfried Fischer zurückgeschlagen werden. Der war in seiner Wohnung heimlich beim Sex mit zwei Prostituierten gefilmt worden, der Film gelangte in die Hände eines "Bild"-Reporters. Kurz darauf gab Fischer ein Exklusiv-Interview in der "Bild"-Zeitung. Wie er sagte, aus Angst vor einer drohenden Veröffentlichung des Sex-Filmchens. Der Reporter wies das zurück, er habe nie gedroht und an eine Veröffentlichung sei nie gedacht gewesen.
Jetzt hat das Landgericht München den Reporter freigesprochen. Der Richter fand keine persönliche Schuld des Angeklagten. "Bild" jubelte: "Sieg für die Pressefreiheit! Keine Nötigung, keine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs, erst recht keine Erpressung." Was der Richter sonst noch gesagt hatte, konnte man dann irgendwo anders nachlesen: "Was da passiert ist, ist eine Riesen-Sauerei. Was der einzelne in seiner Wohnung macht, geht niemanden etwas an."

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erstellt am 27.Jan.2013 | 06:33 Uhr

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