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Mediengrummel : Beim Fernsehen geht immer was

vom

Wem nichts mehr einfällt, der kann's ja mal beim Fernsehen probieren, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand. Dort nimmt man auch Leute, die nichts können.

shz.de von
erstellt am 14.10.2013 | 06:00 Uhr

Wenn gar nichts mehr geht, beim Fernsehen geht immer noch was. Dort lässt sich schnell ein bisschen Geld machen. Als Teppichluder, Spielerfrau oder Promi-Haarschneider zum Beispiel. Sogar Studiogäste können sich manchmal etwas dazu verdienen. 30 Euro gab's angeblich für Zuschauer-Komparsen bei "Promi Big Brother". Kein Mindest-Niveau, kein Mindest-Lohn, aber leicht verdient war das Geld nicht. Fünf Stunden mussten die gekauften Zuschauer im Freien stehen und dabei auch noch Begeisterung über Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher vortäuschen, meldete T-Online.

Immerhin mussten die Kulissenjubler bei SAT1 neben Stehvermögen und Leidensfähigkeit sogar etwas Scharfsinn mitbringen, weil sie ja nicht an der falschen Stelle lachen oder klatschen durften. Bei RTL gibt's demnächst eine Sendung, in der ist neben der Zugehörigkeit zur üblichen Fernsehprominenz erklärtermaßen völlige Blödheit die Voraussetzung, über den Bildschirm flimmern zu dürfen. Trotzdem werden die Hauptdarsteller wohl mehr als sechs Euro die Stunde kassieren. "Promi Undercover" heißt die Firlefanzerei, in der ein Schlagersänger sich als Flughafenangestellter versucht, ein Schauspieler als orientierungsloser Taxifahrer und eine "Gute-Laune-Moderatorin" als Strandaufsicht. Wichtig dabei ist nur, dass sie von dem, was sie tun, "garantiert keine Ahnung haben", ist bei RTL vorab zu lesen. Ein Branchendienst meldet, dass die Promis "als unfähige Arbeitskräfte ahnungslose Menschen an der Nase herumführen." Irgendwie bekommt man bei dieser Ankündigung den Eindruck, dass die Sendung näher am richtigen Leben dran ist, als es den Machern lieb sein kann.

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