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Mediengrummel : Ausgeschnüffelt?

vom

Haushaltsabgabe statt Rundfunkgebühr, das haben die Ministerpräsidenten beschlossen. Abschied von den Fahndern der GEZ? Wohl nicht, meint unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand.

"N Abend, Fersenfluch mein Name, ich komme im Auftrag Ihres Rundfunksenders und der Gebühreneinzugszentrale. Ja, ja, brüllen Sie jetzt nur GEZ-Schnüffler! durch den Flur. Aber schlagen Sie bitte nicht die Tür zu. Ich soll mich bloß von Ihnen verabschieden. Darf ich reinkommen? Nein, immer noch nicht? Ich wollte Ihnen nur sagen: Ab Januar 2013 ist Schluss mit lustig! Hahaha! Dann müssen Sie garantiert zahlen, ob sie nun einen Fernseher haben oder nicht. Haushaltabgabe heißt das künftig, nicht mehr Rundfunkgebühr... Mit fällt die Umstellung auch nicht leicht, über 30 Jahre hab’ ich für die Öffentlich-Rechtlichen dieses Viertel abgegrast. X-mal bin ich vor ihrem Haus gestanden und hab’ geguckt, ob’s irgendwo in ihren Fenstern flimmert. Auch noch, als Sie die dicken Vorhänge gekauft hatten. Ja, ja, Sie waren ganz schön schlau. Gewitzter jedenfalls als die 42 Schwarzseher, die ich erwischt habe. War nicht immer ganz einfach.
Die jungen Leute über Ihnen habe ich mit dem Meinungsforscher-Trick überführt: "Wie fanden Sie gestern die Sportschau?". Zack hatte ich sie im Sack. Zu Maiers nebenan bin ich als Stromableser gekommen. Altes Autoradio im Keller entdeckt, da war nichts mehr mit Drumrumreden. Ein bisschen peinlich wars natürlich, als die Kowalski mich bei meiner Recherche nach Fernsehzeitschriften mit Adressaufklebern ertappt hat, kopfüber in der Mülltonne. "Müllratte, Spitzel, Kopfgeldjäger!", hat sie mich angefaucht. Aber ich hatte Erfolg! Hab sie dann gleich verhört, wo ihr Fernseher denn steht und wie lange sie ihn schon hat. Satte Prämie gab’s damals
Ob ich nun arbeitslos werde? Nein, nein. Der oberste GEZ-Chef will jetzt erst mal für 150 Millionen seinen Laden neu organisieren. Irgendjemand muss ja die Haushaltsabgabe einziehen. Und die Gebührenbefreiungen bei den sozial Schwachen wollen ja auch gemanagt werden. Dabei fällt mir ein: Der alte Herr Schwarzer gegenüber, angeblich hört und sieht der fast nichts mehr und fährt Rollstuhl. Sie können doch aus Ihrem Klo in seinen Hof schauen? Steht dort wirklich ein neuer Porsche?".

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erstellt am 14.Jul.2010 | 07:37 Uhr

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