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Mediengrummel

22. November 2017 | 17:58 Uhr

Mediengrummel : Agenda Setter

vom

Wer zitiert wird, ist wichtig. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand schreibt über "Agenda Setter" im Mediengeschäft, die mit einem schrumpfenden Zitate-Markt kämpfen.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2013 | 05:48 Uhr

"Spiegel" und "Bild" sind die wichtigsten "Agenda Setter" im Land. Wer bei Setter an Beine hebende Hunde denkt, die ihr Revier markieren, liegt so falsch nicht. "Agenda Setting" heißt eigene Themenschwerpunkte setzen. Wem das im Mediengeschäft gut gelingt, der steht im "Zitate Ranking" ganz oben. Dazu ermittelt das Unternehmen Media Tenor regelmäßig in 40 deutschen Meinungsführermedien, welche Medien wie oft zitiert werden. So wurde der "Spiegel" im ersten Quartal 377mal erwähnt und "Bild" 267mal. Die "Zeit" schaffte es gerade auf 65 Nennungen. Angeblich lassen sich an den Zahlen "investigative Leistung und journalistische Qualifikation der Redaktion" ablesen.

Nun haben zurzeit nicht nur Autohändler Absatzschwierigkeiten, auch der Zitate-Markt ist stark geschrumpft. Im Vorjahr hatte der Schnäppchen-Präsident noch reichlich für exklusive Nachrichten gesorgt. Der Effekt ist mittlerweile verpufft. "Bild", "Spiegel" und andere werden wieder seltener als Nachrichtenquellen genannt und haben an "Wirkungsmacht" verloren. Ganz schlecht gehts dem ZDF. Der Sender, so Media-Tenor, verabschiedet sich zunehmend als Lieferant exklusiver Nachrichten. Eine verkorkste Ziehung der Lotto-Zahlen kam da gerade recht. Die Mainzer bugsierten sich endlich wieder einmal in die Schlagzeilen. Auch die Spitzenreiter strengen sich an: Der "Spiegel" bringt sich mit einer Chefredakteursposse ins Gespräch. Und "Bild" hat neulich beim Deutschen Presserat fünf von acht Rügen eingeheimst. Das bringt allerdings kaum Zitate-Punkte, weil die Setter von "Bild" ihre Verstöße gegen das Presse-Ethos einfach nicht für sich vermarkten wollen.

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