Made in SH : Wachsmaler mit Philosophie

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Vor über 50 Jahren entwickelte Hans Stockmar Wachsmalstifte. Angefangen hatte es 1922 mit der Gründung eines Betriebes für die Herstellung von Bienenwabenmittelwände für den Imkerbedarf.

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28. Mai 2009, 01:47 Uhr

"Mit denen kann man ganz toll schmieren", freut sich der kleine Benn (5) über die Farbblöcke. In großen Schwüngen geht er mit den Blöcken über einen breiten Papierbogen. Immer wieder wechselt Benn die unzerbrechlichen Wachsmalblöcke. Mal nimmt er einen roten, dann einen blauen oder gelben - so entsteht ein Bild von Benn. In seinem Kieler Kindergarten gehören die Wachsmaler zur Grundausstattung. Hier wie in vielen anderen Kitas und Schulen sind die handlichen Blöcke, "die so schöne Farben haben" (Benn) so etwas wie die Klassiker unter den Malutensilien. Hergestellt werden sie von einem Unternehmen in Kaltenkirchen: Der Firma Stockmar.

Vor über 50 Jahren entwickelte Hans Stockmar Wachsmalstifte. Angefangen hatte es 1922 mit der Gründung eines Betriebes für die Herstellung von Bienenwabenmittelwände für den Imkerbedarf. Doch schon bald entschied sich Stockmar, aus dem Bienenwachs auch Kerzen zu produzieren.

Es war wohl nicht nur der Duft und die Geschmeidigkeit es Materials, die Stockmar begeisterten, vor allem die Natürlichkeit des Produktes begeisterte ihn. Stockmars kreativer Geist und seine Naturverbundenheit brachten ihn auf die Idee, für Kinder ein Knetwachs aus dem Naturprodukt herzustellen.

Angeregt durch Kunstlehrer der Waldorfschule, entwickelte die Firma 1952 Wachsmalstifte. Zwei Jahre später erweitern Wachsfolien die Produktpalette der Kaltenkirchener.

1962 stirbt Hans Stockmar, der vorher noch seine Mitarbeiter an dem Unternehmen beteiligt hat. Die rund 30 Stockmarner fühlen sich ihrem Unternehmen nicht nur deshalb besonders verbunden. Es ist auch die Förderung ihrer Kreativität, auf die man bei Stockmar bis heute großen Wert legt, die eine besondere Arbeitsatmosphäre schafft. "Die Mitarbeiter malen in regelmäßigen Abständen, um eigene Erfahrungen mit dem Umgang und mit der Wirkung von Farben zu machen", erzählt Unternehmenssprecher Stefan Rueter. Zur Philosophie des kunstsinnigen Hauses gehört auch das Bekenntnis zur Goetheschen Farbenlehre. Und so ist man ganz im Sinne Goethes überzeugt von der "sinnlich-sittlichen Wirkung der Farben auf Seele und Gemüt" und kritisiert, dass "die chemische Farbenlehre dagegen die Farbe als Materie behandelt ."

Natürliche Rohstoffe und Umweltverträglichkeit gehören für Stockmar mit zur Firmenphilosophie. Die scheint bei vielen gut anzukommen. In über 36 Länder verkaufen die Kaltenkirchener ihre Wachsmalstifte, -blöcke, Aquarellfarben und noch einige andere Produkte für Künstler - und solche, die es werden wollen. Wie zum Beispiel der kleine Benn.

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