Made in SH : Die Leselotte aus Lübeck

Aus Lübeck kommt nicht nur Marzipan, sondern auch die Leselotteì, die beim gemütlichen Schmökern behilflich ist
Aus Lübeck kommt nicht nur Marzipan, sondern auch die Leselotteì, die beim gemütlichen Schmökern behilflich ist

Aus Lübeck kommt nicht nur Marzipan, sondern auch die "Leselotte", die beim gemütlichen Schmökern behilflich ist.

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06. Mai 2009, 05:30 Uhr

Wer kennt das nicht? Man will es sich mit einem dicken Roman so richtig gemütlich machen, und dann schläft der Arm ein, der Ellenbogen beginnt zu schmerzen, die Finger werden steif und kalt vom Halten des schweren Buches.

So erging es auch Angela Hartig aus Lübeck. Die studierte Germanistin ist eine Vielleserin. Seit sie Kinder hat, findet sie leider nur noch abends im Bett Zeit für die Lektüre. Und jeden Abend ärgerte sie sich darüber, wie unbequem das war. "Seit Jahrhunderten liest die Menschheit, und so lange ist es auch unbequem", wunderte sie sich. Sie begann über das Problem nachzudenken. "Ich habe Respekt vor Sachen, die funktionieren", so Hartig, "etwa ein guter Verschluss, der nicht tropft."

Ihr erster Gedanke war, die Form des Buches zu verändern. Weil das nicht möglich war, experimentierte sie mit einem Kissen.

Vor einigen Jahren hatte sie dann einen Geistesblitz. Angela Hartig nähte einen mit kleinen Styropor-Kügelchen gefüllten formbaren Baumwollsack in der Größe eines Fußballs. Auf diesem wird mit einem Klettverschluss ein Umschlag, ähnlich einem Buchrücken, befestigt. In diesen Stoffumschlag werden die Buchdeckel gesteckt und mit Hilfe von zwei Gummibändern festgehalten. Der Umschlag hält das Buch in der gewünschten Position und schützt es gleichzeitig. Ein Lesezeichen ist ebenfalls dabei. Nun kann das Buch je nach Leseposition in einen gewünschten Winkel gebracht werden. Im Liegen steht es vor dem Leser, im Sitzen kann man es auf die Oberschenkel legen. Und auch für diejenigen, die gern am Frühstückstisch lesen und denen früher immer mal wieder die Milchtüte umkippte, weil sie das Buch dagegen lehnten, ist das Lesekissen eine große Hilfe.
Anfangs verschenkte sie sie an Freunde
"Leselotte" nannte Angela Hartig ihre Erfindung. Anfangs verschenkte sie sie an Freunde, die sie witzig und genial fanden. Doch wie beim Schneeballprinzip verbreitete sich die Idee immer weiter, und Angela Hartig entschloss sich, ihre Idee zu vermarkten.

Sie nahm ihre Schwester Ursula mit ins Boot, "für Rat und Tat, außerdem wollte ich das nicht allein machen." Sie suchten einen Verlag für eine Vertriebskooperation, doch kurz vor der Vertragsunterzeichnung sprang der ab. Also gingen sie selbst auf die Frankfurter Buchmesse, um ihr Produkt vorzustellen.

Mittlerweile wird die Leselotte in zwei Nähereien gefertigt. Es gibt sie in drei Größen je nach Buchformat und in neun verschiedenen Farben. Die Leselotte kann man im Direktverkauf oder über Buchhandlungen beziehen. Sie macht das Lesen in allen Lebenslagen zu einem noch größeren Vergnügen. Und sie lässt die Hände frei - zum Beispiel zum Naschen von Lübecker Marzipan.


Die Leselotte kostet zwischen 29,50 Euro und 37, 50 Euro. Infos und Bestellung unter www.leselotte.com

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