Moore : "Vielleicht hilft das Engagement einmal unseren Enkeln"

Thomas Kolb Foto:  wm
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Thomas Kolb Foto: wm

40 Jahre Einsatz führen zu dem größten zusammenhängenden Moorgebiet in Hartshop.

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28. März 2013, 01:11 Uhr

Hohn / Bokelholm | Thomas Kolb hat als Kind im Moor gespielt. Heute ist der 52-Jährige Bürgermeister von Sophienhamm und hat es durch unermüdlichen Einsatz geschafft, das das Hartshoper Moor mit 270 Hektar Fläche eines der größten zusammenhängenden Moorgebiete ist. "Mit diesen Ausmaßen hatte keiner gerechnet", sagt Kolb.

Sophiehamm war um 1760 von Moorkolonisten gegründet, das Moor bis in die 1960er Jahre hinein entwässert worden. Ende der 1970er Jahre bemühte sich Kuno Brehm mit dem Unabhängigen Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein bereits, Flächen zu renaturieren. Der Fachmann und Moorliebhaber aus Bokelholm hatte das Kuratorium 1974 gegründet. Später kaufte dann auch die Stiftung Naturschutz Flächen. Richtig voran ging es dann, als Kolb im Ort einen Runden Tisch initiierte und sich mit Behörden in Verbindung setzte. "Ich will nicht damit berühmt werden", sagt Kolb bescheiden zu seiner Motivation. "Sondern ich möchte etwas für die Natur tun. Und vielleicht hilft das Engagement ja auch unseren Enkeln." Er ist fasziniert, wie sich der Landstrich in nur wenigen Jahren verändert hat. Nachdem ein Teil der Fläche "eingedeicht" war und es stark geregnet hatte, war der Torfboden bereits um 30 Zentimeter aufgeschwommen. Blaukehlchen und Moorfrösche siedelten sich in der Folge an. Im vergangenen Jahr brüteten erstmals Kraniche im Hartshoper Moor und auch die Bekassine wurde wieder gesichtet. Thomas Kolb bereitet es großes Vergnügen, Besucher durch das Moor zu führen und anderen Menschen die Faszination dieses Lebensraumes zu vermitteln. "Jetzt ist es viel schöner als vorher", sagt er vom Spielplatz seiner Kindheit.

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