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Land.Leben.Zukunft : Furchenbrummis mit High-Tech

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Landwirtschaft ist heute eine logistische Hochleistung mit Computer-Hilfe: Mit genauer GPS-Planung erntet das Lohnunternehmen Blunk aus Rendswühren zurzeit die Gerste.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2012 | 08:00 Uhr

Rendswühren | Wenige Großfahrzeuge verlieren sich in der riesigen Maschinenhalle. Auch Mitarbeiter sind in der großen Anlage kaum auszumachen, sieht man von Werkstattleiter Talar Omar und einem Azubi in der Werkstatthalle ab, sowie von Einsatzleiter Reinhard Hopp, dessen "Dispo" das operative Herz des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens Blunk in Rendswühren ist. Henrik Blunk - Landwirtschaftsstudent, Urlaubsvertreter von Chef-Disponent Hopp und Sohn von Firmengründer Joachim Blunk - ist zufrieden mit den leeren Maschinenhallen. "So muss es sein, wir haben Hochsaison, da sind alle Mitarbeiter und Maschinen im Einsatz."
Erst vor wenigen Tagen hat der Gerstendrusch begonnen, der Grasschnitt geht schon eine Weile länger. "Wir müssen reinhauen", sagt Hopp, "jetzt sind die Tage lang und unsere Auftraggeber drängeln mit Recht." Insgesamt 48 Fahrzeuge beziehungsweise Maschinen hat das Lohnunternehmen Blunk zur Stunde in den Schlägen der Landwirte im Einsatz, die überwiegend maximal 50 Kilometer rund um Rendswühren liegen. "Unser Einsatzgebiet erstreckt sich aber über ganz Schleswig-Holstein", betont Firmenchef Joachim Blunk, der sein Unternehmen erst 1982 zusammen mit Ehefrau Elvira gegründet hatte, heute aber bereits zu den ganz großen der Branche gehört.
"In zehn Jahren wollen wir doppelt so groß sein"
Zusammen mit dem Tochterunternehmen Blunk Lalendorf GmbH in der Nähe Rostocks beschäftigt er knapp 200 Mitarbeiter fest, ergänzt durch erfahrene Aushilfskräfte, häufig Landwirtschafts-Studierende, während der Erntezeiten im Sommer und Herbst. Die "Gründungsvereinbarung" von Joachim Blunk mit Ehefrau Elvira lautete einst: Maximal zehn Mitarbeiter. Diese ungeschriebene Abmachung hat das dynamische Unternehmer-Ehepaar aber längst über den Haufen geworfen. Joachim Blunk beschreibt seine unternehmerischen Ziele jetzt so: "In zehn Jahren wollen wir doppelt so groß sein."
Familie Blunk ist bereit, den Preis für die Expansion und den unternehmerischen Erfolg zu zahlen: Erstklassige, engagierte und erfahrene Mitarbeiter, die in aller Regel langjährig im Unternehmen tätig sind, und einen hochmodernen und innovativen Maschinenpark, der immer wieder ein enormes finanzielles Engagement erfordert. "Angst vor großen Zahlen darf man nicht haben", so Joachim Blunk. Neue Schlepper werden bisweilen im Dutzend geordert, rund 300 000 Euro als Einzelpreis für die High-Tech-Furchenbrummis anzusetzen ist dabei kein übertrieben hoher Wert.
Maschinen rund um die Uhr auslasten
"Das Dilemma ist", so Joachim Blunk, "dass die Investitionen zwangsläufig hoch sind, manche Maschinen nur vier Wochen im Jahr gebraucht werden, aber das gesamte Jahr über Kosten verursachen." Dies sei auch der Hauptgrund, warum immer mehr landwirtschaftliche Betriebe die Partnerschaft und Unterstützung von Lohnunternehmern anstreben. "Richtig ist auch", so Blunk, "dass wir während der Erntezeiten die Maschinen rund um die Uhr auslasten müssen, um die Kosten im Zaum zu halten."

Joachim Blunk bittet um Verständnis für diesen Rund-um-die-Uhr-Ernte-Einsatz, legt selbst großen Wert auf die zeitige Information der Anwohner und sorgt mit der strikten Weisung an seine Maschinenführer, nicht schneller als 30 km/h zu fahren, für den sicheren Betrieb der in der Tat teils gewaltigen Maschinen. "Wir haben auch eigene Kehrmaschinen, Verschmutzungen werden sofort beseitigt. Auch deshalb haben wir eigentlich keinen großen Ärger mit Anwohnern während der Erntesaison. Soweit es die Größe der Landwirtschaftsmaschinen angeht, sei das Ende der Fahnenstange ohnedies erreicht und das sei gut so, meint Joachim Blunk.
Rund-um-sorglos-Paket
Alleine drei gewaltige Claas-Lexion-Mähdrescher mit Raupenfahrwerk hat er heute im Einsatz. Zurzeit wird Gerste gedroschen, in wenigen Tagen gefolgt von Weizen, Roggen und Triticale, einem Kreuzungsgetreide aus Weizen und Roggen. Insgesamt würde so eine Dresch-Task-Force aber aus etlichen Fahrzeugen mehr als nur dem Mähdrescher bestehen, erläutert Junior-Chef Henrik Blunk. "Dazu kommen noch die Abfahrer, die das Getreide zur Annahme bringen, möglicherweise aber auch noch Überladewagen, die das gedroschene Getreide im laufenden Betrieb von den Mähdreschern übernehmen." Per Satellitennavigation gesteuert und telemetrisch überwacht, wird so ökonomisch und ökologisch wie möglich gearbeitet. "Unsere Genauigkeit beträgt zwei Zentimeter", so Henrik Blunk. "Da können Saatmaiskörner sogar im richtigen Abstand neben den Dünger gelegt werden."
"Unverzichtbar für unseren unternehmerischen Erfolg ist die Qualität der Dienstleistung. Wir bieten den Landwirten ein Rund-um-sorglos-Paket. Aber dies ist geht nur mit modernen Maschinen und vor allem mit erstklassigem Personal. Und beides haben wir in unseren Betrieben", so Joachim Blunk.

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