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Hostess der Landeshauptstadt : Zwischen Cocktails, Sekt und Prominenten

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Zu Empfängen der Landeshauptstadt verlässt Bettina Bäker ihren Platz im Versicherungsamt und schlüpft ins Hostessenkostüm. Zur Kieler Woche ist sie im Großeinsatz.

shz.de von
erstellt am 25.Jun.2008 | 02:11 Uhr

Kiel | Die Kieler Woche 2008 ist für Bettina Bäker eine ganz besondere. Vor 20 Jahren brachte ihr das größte Segelereignis der Welt den ersten Einsatz als Hostess der Landeshauptstadt. Ein dickes Fotoalbum erinnert an die vielen Begegnungen in dieser Zeit.

Eine Kollegin hatte sie damals gefragt, ob sie nicht Lust zu dem Ehrenamt hätte. "Die war groß und blond, ich selbst aber war klein und dunkel", erzählt Bettina Bäker (47), warum sie anfangs zweifelte, die Richtige dafür zu sein. Andererseits hatte sie als Mitarbeiterin des Versicherungsamts der Stadt kaum Kontakt zu anderen Kollegen der Verwaltung. Die Chance, hin und wieder rauszukommen und andere Leute kennen zu lernen, sei daher sehr reizvoll gewesen. Ein erstes Treffen mit dem Team - und alle Zweifel waren verflogen. Inzwischen ist Bettina Bäker die dienstälteste Hostess. Auch wenn es im Laufe der Jahre ein paar Wechsel gegeben hat, so ist es noch wie am Anfang. Bäker: "Es macht Spaß. Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Wenn das nicht wäre, würde ich es nicht machen."
Laufen - den ganzen Tag

Denn nicht nur die Zahl der Einsätze, sondern auch der Aufgabenumfang ist gestiegen. Am intensivsten ist nach wie vor die Kieler Woche. Ende der 80er Jahre gab es bei den Empfängen nur Sekt und Orangensaft. Es war noch Zeit, die Gäste mit zu begrüßen. Heute werden außerdem Wasser, Wein und zur Eröffnung der Kieler-Woche-Cocktail ausgeschenkt. Dann heißt es laufen, den ganzen Tag. Für ein paar Worte bleibt keine Zeit. "Das erste Wochenende ist anstrengend, am Montag ist man erstmal geschafft", gesteht Bettina Bäker. "Aber dann hat man sich eingelaufen, und die Füße tun nicht mehr weh."

Eine schöne Entschädigung sind da die interessanten Begegnungen, die Bäker und ihre Kolleginnen machen. Bilder der Fotografin Inge Claus-Thiering, die bis zu ihrer Pensionierung 1998 auch alle Empfänge begleitete, erinnern daran. Bäker wenige Meter entfernt vom damaligen Ministerpräsidenten Björn Engholm bei der Verabschiedung von Oberbürgermeister Karl Heinz Luckhardt. Ein paar Seiten später Engholms Nachfolgerin Heide Simonis Seite an Seite mit Bundespräsident Roman Herzog und Oberbürgermeister Norbert Gansel. Oder Königin Silvia von Schweden und ihre Tochter Kronprinzessin Victoria, die anlässlich des Volvo Ocean Race nach Kiel gekommen war. Ihr liebstes Foto zeigt Bettina Bäker neben Sir Peter Ustinov, der freundlich in die Kamera lächelt. 1992 machte er Station in Kiel, damals Unicef-Stadt, als Botschafter der Kinderhilfsorganisation. "Ich konnte seinem Gespräch mit Bürgermeister Dr. Otto Kelling lauschen", erinnert sich Bäker. "Das war schon ein Highlight", sagt sie, heute noch beeindruckt von der Persönlichkeit des Schauspielers. Auch die Begegnung mit Nino de Angelo zum Grand Prix-Vorentscheid in der Ostseehalle hat sie noch in guter Erinnerung. "Der ging mir grad bis zur Nase", sagt Bäker und schmunzelt.

Wie lange sie noch als Hostess der Stadt unterwegs sein wird, das kann sie nicht sagen. Als sie 40 wurde, habe sie schon ans Aufhören gedacht. Doch ihre Kolleginnen ließen sie nicht gehen, so Bäker. Denn Nachfolger zu finden, sei nicht einfach. So lange es sich dienstlich arrangieren lässt, werde sie weitermachen, sagt Bäker, die sich schon jetzt auf den Empfang der Stadt zur Versicherungstagung im Herbst freut. "Da bin ich dann mal Gast", sagt sie und lacht.

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