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Abgesagt : Wettfahrten vom Winde verweht

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Wind stoppt Segler: Böen bis Windstärke acht Beaufort verhinderten gestern bei der Kieler Woche alle Regatten in den 16 internationalen Bootsklassen. Nur die Dickschiffe konnten fahren.

Schilksee | Das Offshore-Segeln um die Deutsche Seesegelmeisterschaft wurde eher zum Inshore-Segeln. Und auch hier gab es genügend Bruch, so dass nur eine Wettfahrt gestartet wurde. "12,5 Knoten hatten wir auf der Uhr", staunte John Friedrichsen von der "Chinook" (X-332) über die Schnelligkeit seines Schiffes. Trotz eines Reffs (Segelverkleinerung) war das Flensburger Boot kaum zu halten. "Das war schon hart an der Grenze. Gut, dass es keine weitere Wettfahrt mehr gab", meinte Crewmitglied Dirk Becker. Immerhin waren die derzeitigen IMS-Weltmeister so schnell, dass sie das Rennen in der Klasse ORC II gewannen und den Abstand zum führenden "Froschkönig" (Optima 101/102/Schwedeneck) auf 4,5 Punkte verkürzen konnten. "Aber das noch aufzuholen, wird schwer, zumal für morgen weniger Wind vorhergesagt wird", meinte Friedrichsen.
Super spannend wird es dagegen in der ORC-Klasse I, in der die "Unique" (J/V49) von Bernd Kriegel (Kiel) nur 0,5 Punkte vor der "Beluga" (Rodman 42) liegt. Ursprünglich war die "Unique" wegen einer Berührung mit der "Tag for Turen" (J 80) für die vierte Wettfahrt disqualifiziert worden, was zum Punktgleichstand geführt hätte. Nach einer Wiederaufnahme der Verhandlung wurde die "Unique" allerdings für das Rennen wieder in die Wertung genommen. "Nach den langen Nasen von gestern, wird das meine Crew sicherlich erfreuen", meinte Jörn Jonas zu seinem Verhandlungsergebnis.
Entschieden wird die deutsche Meisterschaft auf der Bahn. "Das wird ganz heiß. 0,5 Punkte sind nichts", rechnet Jonas mit einem Großangriff der Bremer "Beluga". Darauf kann er sich verlassen. "Wir werden wieder alles geben, der Titel ist noch nicht vergeben", meinte Americas Cup-Segler Matti Paschen, der gestern für einen erkrankten Segler auf der "Beluga" eingesprungen war.
Wind und Wetter sollen heute freundlicher werden. Vier Wettfahrten sind nötig, um einen Kieler Woche-Sieger küren zu können, und die haben alle Klassen bereits absolviert. "Wir haben zum Glück keine Not, aber wir planen mit zwei bis drei Wettfahrten", meinte Richter. Um den Tag maximal zu nutzen, wurde der Starttermin um eine halbe Stunde auf 10.30 vorverlegt. Bis 14 Uhr kann der letzte Start erfolgen. Um 23 Uhr verabschiedet das Segelfeuerwerk zum Schichtwechsel die 16 internationalen Klassen und begrüßt die acht olympischen Klassen (Yngling und Tornados wurden abgesagt) sowie die paralymypische Klasse 2.4mR, die ab Mittwoch um Medaillen segeln.

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erstellt am 23.Jun.2008 | 08:38 Uhr

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