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Kiwo 2016 : Wetter zur Kieler Woche: „Freundlich unbeständig“

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Kieler Woche startet am Freitag. Wird das Wetter so schlecht wie immer? shz.de hat nachgefragt.

Kiel | Endlich beginnt die Kieler Woche. shz.de berichtet fortlaufend im Liveblog. Doch Jahr für Jahr verpasst das Wetter der Vorfreude einen Dämpfer. Denn die Kieler wissen: Ist Kiwo, ist das Wetter schlecht. Aber gilt das auch für dieses Jahr?

Ja – zumindest wird es etwas unbeständig, sagt der Kieler Wetterexperte Meeno Schrader. Sonne, Wolken, Regen: Besucher und Sportler müssen sich auf alles einstellen. Aber zumindest wird es, und das ist die gute Nachricht für alle Kieler-Woche-Fans, wärmer als im vergangenen Jahr.

Schrader
Meeno Schrader ist einer der Wetterexperten aus Schleswig-Holstein. Foto: Michael Ruff
 

„Der erste Sonntag wird der kälteste Tag werden“, sagt Schrader. Am Wochenende werden 16 Grad erwartet. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Während die Besucher in der Innenstadt womöglich etwas frieren, herrschen auf dem Wasser beste Bedingungen. „Am Wochenende ist super Segelwetter“, sagt Schrader.

Ab Montag dann geht es aufwärts – zumindest mit den Gradzahlen. Zum Wochenbeginn locken Temperaturen von 19 Grad die Besucher an die Förde, Dienstag werden schon 21 Grad und viele Sonnenstunden erwartet. Im vergangenen Jahr habe das noch ganz anders ausgesehen: „Da habe ich teilweise 13/14 Grad angesagt“, erzählt der Wetterexperte. Für die Sportler auf dem Wasser bedeutet das im Umkehrschluss: Die Bedingungen werden schlechter.

Meeno Schrader fasst die Aussichten folgendermaßen zusammen: Es wird „freundlich unbeständig“ und „vom Grundcharakter her eine schöne Kieler Woche, auch mit dem üblichen unbeständigen Touch“. (Wer wissen möchte, warum das Wetter zur Kiwo immer schlecht ist: Der Meteorologe Martin Molkentin hat das Schlechtwetter-Phänomen der Kieler Woche mal untersucht.)

Schrader selbst stellen diese Aussichten auch vor Herausforderungen. Er ist Schlüsselfigur in Schilksee – und der wichtigste Ansprechpartner in Sachen Wetter für Segler und Veranstalter. Die berät er – auch wenn es darum geht, welche Regatten stattfinden können und welche nicht.

Abgesehen vom Wetter - was erwartet die Besucher noch zur Kieler Woche? Eine Übersicht.

Kulinarisches

Der Internationale Markt zieht zur Kieler Woche die Massen an. 2016 gibt es wieder einige Änderungen.
Der Internationale Markt zieht zur Kieler Woche die Massen an. 2016 gibt es wieder einige Änderungen. Foto: Emde
 

Verhungern wird man - das nötige Kleingeld vorausgesetzt - bei einem Kieler-Woche-Bummel sicher nicht. Das Angebot reicht vom klassischen Schwenkgrill über das Hot Dog bis hin zum Edel-Imbiss. Die Qual der Wahl gibt es auf dem Internationalen Markt, der das kulinarische Angebot von 35 Ländern abdeckt. Neu dabei ist das afrikanische Swasiland. Insgesamt bieten mehr als 300 Stände in der Innenstadt und am Wasser kulinarische Leckerbissen und natürlich reichlich Flüssig-Nahrung.

Schiffe

Die „Thor Heyerdahl“.
Die „Thor Heyerdahl“. Foto: Suhr
 

100 Groß- und Traditionssegler reihen sich zur Windjammerparade am 25. Juni ein - wie an einer Perlenschnur auf der Förde. Wegen des Werftaufenthalts der „Gorch Fock“ segelt der Kieler Dreimaster „Thor Heyerdahl“ vorneweg. Zahlreiche Traditionsschiffe sind zu Gast, die meist Regattabegleitfahrten anbieten. Am Samstag und am Mittwoch lädt die Marine jeweils zum Open Ship. Im Marinestützpunkt haben 50 Einheiten festgemacht, darunter der 208 Meter lange britische Hubschrauberträger „Ocean“ und das US-Kommandoschiff „Mount Whitney“. Die russische Marine ist wie im vergangenen Jahr nicht mit dabei.

Sport

Das Kerngeschäft der nach Veranstalterangaben größten Segelregatta der Welt bleibt aber der Sport. 4000 Segler aus 50 Nationen haben sich angemeldet. Zwei Monate vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro segeln zwar viele Olympia-Segler an Kiel vorbei. Dennoch sind Stars wie America's-Cup-Steuermann und 49er-Weltmeister Peter Burling aus Neuseeland und der australische 470er-Olympiasieger Mathew Belcher am Start.

Musik

Der Sänger Lotto King Karl gehört zur Kieler Woche dazu.
Der Sänger Lotto King Karl gehört zur Kieler Woche dazu. Foto: dpa
 

Die mehr als 200 Konzerte auf 13 Bühnen decken viele Stile ab. Zu den bekanntesten Künstlern gehören neben Stammgast Torfrock der „Die-Ärzte“-Drummer Bela B., Jupiter Jones, Mark Forster, Rea Garvey und Laith Al-Deen. Die meisten Konzerte sind frei. Eintritt kosten lediglich die Konzerte der Reihe „Gewaltig leise“, in diesem Jahr mit Karat, Konstantin Wecker, Selig und Nina Hagen. Hier geht's zur Übersicht über die Kieler-Woche-Konzerte 2016.

Rituale

Ministerpräsident Torsten Albig.
Ministerpräsident Torsten Albig. Foto: Carsten Rehder, dpa
 

Eröffnet wird das Sommerfest am Samstagabend mit dem dröhnenden Typhonsignal lang-kurz-kurz-lang („Leinen los!“) und dem traditionellen Glasen einer Schiffsglocke von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (beide SPD). Doch der traditionelle Soundcheck an den Bühnen am Freitag zuvor hat sich mittlerweile fest zum zehnten Kieler-Woche-Tag entwickelt.

Sicherheit

 

Bis zu 200 Polizisten sollen auf den Straßen für Sicherheit sorgen und damit etwa 40 Prozent mehr als in den Vorjahren. Szenen wie in der Silvesternacht in Köln oder jüngst auf einem Musikfestival in Darmstadt sollen sich nach dem Willen der Behörden im Norden nicht wiederholen. Die Terroranschläge von Brüssel und Paris haben Einfluss auf das Sicherheitskonzept der Polizei genommen. „Die Kieler Woche steht dieses Mal einfach unter einem anderen Stern als sonst“, sagt Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz.

(Mit dpa)

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<p>Anna-Kathrin Gellner</p> von
erstellt am 17.Jun.2016 | 15:19 Uhr

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