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Kieler Woche 2015 : Warum Tonbandgerät nur mit Planschbecken auf Tour gehen

vom

Die vier Musiker von der Indie-Pop-Band Tonbandgerät verraten im shz.de-Interview, was auf Tour nicht fehlen darf.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2015 | 17:34 Uhr

Die deutsche Indiepopband Tonbandgerät reist inzwischen durchs ganze Land. Die Schwestern Isa und Sophia Poppensieker (beide Gitarre), Schlagzeuger Jakob Sudau sowie Sänger und Keyboarder Ole Specht nutzen ihren Musik als Tagebuch. Am Mittwoch, 24. Juni, spielen die vier um 21.30 Uhr auf der NDR-Bühne am Ostseekai. shz.de hat sie im Vorfeld getroffen.

Ihr habt Euch von einer Schülerband zu einer erfolgreichen deutschsprachigen Popband entwickelt, ward Ihr einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort?

Sophia Poppensieker: Am Anfang, noch als Schülerband, fanden unsere Klassenkameraden uns uncool. Die anderen haben halt so Disco oder Indie Sachen gemacht. Da war die deutsche Musik noch nicht so weit. Vor acht Jahren hätten wir es schwerer gehabt mit unserer Musik ins Radio zu kommen. Da haben wir echt Glück gehabt.

Jakob Sudau: Wir haben uns da nie so Gedanken darum gemacht, aber es freut uns total, dass es so gut ankommt.

Wer Euch ein bisschen kennt, wird auf euren Bildern immer wieder ein Papierfaltboot erkennen, was hat es damit auf sich?

Ole Specht: Das verwenden wir seit etwa sechs Jahren. Als es uns etwa zwei Jahre gab, hatten wir eine EP, da haben wir das benutzt. Uns gefiel die Bedeutung, die so ein Papierboot hat: Dass man es aus dem Nichts schafft und für einen Moment toll aussieht und dann untergeht.

Im letzten Jahr ward Ihr auf Einladung des Goethe Instituts auf Tour in den USA, ihr spielt auf vielen großen Festivals, was kann da noch kommen?

Ole Specht: Die USA-Tour wird schwer zu toppen sein. Da sind wir mit dem Nightliner durchs Land gefahren und haben vor 800 bis 1600 Schülern gespielt, das war wahnsinnig. Das war ja letztendlich auch kein Ziel von uns, das hat sich keiner von uns ausgedacht.

Als Band spielt ihr unteranderem auch mal auf Konzerten gegen Rechts. Findet Ihr, dass ihr als Musiker gesellschaftliche Verantwortung habt?

Sophia Poppensieker: Ich finde gerade als Popband hat man die Verantwortung, weil wir die großen Massen erreichen können. Wir erreichen mehr Menschen, als Nischenmusiker.

Ole Specht: Es ist ein ganz tolles Gefühl, sich bei so etwas aktiv auf die Bühne zustellen.

Jakob Sudau: Aktuell engagieren wir uns auch für „Pfand gehört daneben“, dabei geht es darum, dass Pfand nicht in die Mülleimer geschmissen wird, sondern für Pfandsammler daneben gestellt wird. Wir engagieren uns gern, wenn die Sache passt.

Ole Specht: Es ist schon toll, dass wir uns das inzwischen aussuchen können, wofür wir uns einbringen.

Engagiert Ihr Euch noch woanders?

Sophia: Wir gehen auch regelmäßig in Schulen, spielen da Konzerte und gehen durch die Klassen um zu sagen: Mädels, ihr könnt auch auf die Bühne und Musik machen. Da gibt es schon deutlich weniger Vorbilder als für Jungs.

Isa Poppensieker: Es ist superschade, dass es vielen nicht bewusst ist, dass man halt auch Gitarre lernen und Musik machen kann.

Inzwischen kommt Ihr ja relativ viel herum, welche Fans sind die Besten?

Isa Poppensieker: Also die Norddeutschen sind auf jeden Fall am textsichersten.

Ole Specht: Manchmal haben wir auch so komische Ausreißer, wir hatten ein Konzert in München, die konnten auch mitsingen, das war ein richtig wilder Abend. Aber wir sind heute zum zweiten Mal auf der Kieler Woche und hier gibt es echt ein gutes Publikum.

Nun eine Frage, die Ihr wahrscheinlich öfters hört: Woher kommt die Inspiration für eure Texte?

Sophia Poppensieker (lacht): Oh, da hätte ich eigentlich die Frage, wie es mit zwei Mädchen in einer Band ist, erwartet. Also wir hängen echt viel aufeinander rum, die Band ist zu unserem Kosmos geworden. Über die letzten zwei Jahre hätten wir echt drei Alben schreiben können. Meist sind es Themen, mit den wir alle etwas haben. Die Musik ist so etwas wie unser Tagebuch.

Und wer macht die Musik?

Isa Poppensieker:  Die Grundidee kommt oft von Sophia und den Rest erarbeiten wir dann zusammen.

Ihr habt schon selbst gesagt, in den vergangenen Jahren ist viel passiert. Wie geht es noch weiter?

Ole Specht: Es geht ja jetzt schon weiter. Ehrlich gesagt macht das derbe Bock. Im Herbst kommt eine größere Tour, es kommen zu Auftritten immer mehr Menschen. Es sind schon doppelt so viele also noch vor zwei Jahren.

Was darf für Euch auf Tour auf keinen Fall fehlen?

Ole Specht: Unsere Spielekiste. Da sind zum Beispiel ein aufblasbares Planschbecken, ein Tischtennisset und Beachballschläger drin. Unsere Quartettzeit haben wir schon hinter uns.

Sophia Poppensieker: Das klingt vielleicht komisch, aber wir haben echt viel Zeit auf Tour. Wenn mittags Soundcheck ist und abends Konzert kann man sich mit der Kiste gut die Zeit vertreiben.

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