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Kiwo 2015 : Vom Tanzlaien zum Tango-Gott in 15 Minuten

vom

Der Kieler Tanzlehrer Christoph Möller versucht auf dem Internationalen Markt, Besuchern den Tango beizubringen. Ein Selbsttest.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2015 | 15:35 Uhr

Yulamae Whyte verzieht keine Miene. „Alles gut“, sagt sie mit einem bemühten Lächeln. Dabei bin ich ihr gerade zum wiederholten Male auf den Fuß getreten. Ohne böse Absicht. Aus purer Unfähigkeit. Hüftsteif wie ein Bewegungslegastheniker bewege ich mich über den Boden vor dem argentinischen Stand auf dem Internationalen Markt in der Hoffnung, Tangotanzen lernen zu können. Innerhalb von 15 Minuten - so stand es jedenfalls in der Ausschreibung.

Das ist für die meisten der sieben Teilnehmer auch durchaus möglich. „Sie haben sich sehr gut angestellt“, wird der Kieler Tanzlehrer Christoph Möller später sagen. „Ihr habt mehr gelernt als die Teilnehmer sonst in der ersten Tanzstunde lernen.“ Dafür wurden aber auch die anvisierten 15 Minuten auf eine gute Dreiviertelstunde ausgedehnt. In denen sagt Christoph Möller zunächst, worauf es grundsätzlich ankommt. „Tango ist nichts anderes als Gehen und als Mann lädt man die Frau ein, in eine bestimmte Richtung zu gehen und ist darauf angewiesen, dass sie das Angebot annimmt.“ Wer sich nach links bewegen will, nimmt zunächst die Ausgangsstellung ein: Aufrechter Körper, Füße dicht nebeneinander. Dann geht es leicht in die Knie, das Körpergewicht wird auf das rechte Bein verlagert, man zieht mit dem linken Bein nach links und das rechte Bein anschließend nach - und umgekehrt.

Damit das ganze ein wenig dynamischer wirkt, bittet uns Christoph Möller, uns im Kreis zu bewegen und Vor- und Rückwärtsschritte einzubauen. Klingt einfach, erfordert aber einiges an Übung. Und sieht in meinem Fall auch nach über einer halben Stunde immer noch äußerst unelegant aus, macht aber eine Menge Spaß. Und das ist die Hauptsache, findet Christoph Möller. „Es gibt beim Tango kein richtig und falsch, sondern nur verschiedene Formen.“ Das klingt zwar beruhigend, ändert aber nichts am Grundsatz: Übung macht den Meister, wie Möller betont. Wir Teilnehmer nicken artig. „Du hast das zum Ende hin echt besser gemacht“, sagt sie zu mir. Und lächelt von Herzen.

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