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Kulinarisches auf der Kieler Woche : Testessen: Die Tops und Flops auf dem Internationalen Markt

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Hühnchenherzen, salzige Getränke und lila Mais-Limonade - schmeckt das? Unsere Reporter haben probiert.

Kiel | Er ist einer der Highlights auf der Kieler Woche - der Internationale Markt. Bereits zum 40. Mal findet die kulinarische Veranstaltung auf dem Rathausplatz statt, in diesem Jahr beteiligen sich 34 Nationen mit landestypischen Speisen und Getränken, kulturellen Beiträgen wie Tanz und Musik sowie Schmuck oder Keramik. Zwischen all den verschiedenen Gerüchen, abwechslungsreichen Mahlzeiten und unterschiedlichen Sprachen kann es schwerfallen, den Überblick zu behalten. shz.de hat das Angebot getestet:

Unsere Tops:

<p>Scharfe Hühnerherzen gibt es am Stand von Kamerun. </p>

Scharfe Hühnerherzen gibt es am Stand von Kamerun.

Foto: Patrick Tabel
 

Mut zum Probieren: Am Stand von Kamerun gibt es scharfe Herzen. Die mit Zwiebeln, Chili, Knoblauch und Pfeffer gewürzten Hühnchenherzen schmecken besser als zunächst gedacht, sehr saftig und scharf. Ein bisschen Mut für neue Speisen lohnt sich. Die Portion kostet drei Euro. Für den Durst danach gibt es zwei Stände weiter eine Limonade aus lila Mais. José vom Peru-Stand erklärt, wie sie gemacht wird: "Da steckt viel Handarbeit drin. Vier Stunden dauert es, bis das Konzentrat fertig gekocht ist. Neben Mais sind noch Ananas, Apfel, Orange und verschiedene Gewürze wie Nelken und Sternanis enthalten." Den Geschmackstest hat die Limo jedenfalls bestanden: Nicht nur im Sommer erfrischend, sondern durch die Gewürzmischung auch in der Weihnachtszeit geeignet. Preis: vier Euro.

<p>José bereitet am peruanischen Stand eine echte Erfrischung zu: Chicha morada, eine Limonade aus lila Mais. Schmeckt dank der Gewürze ein bisschen weihnachtlich, aber lecker.</p>

José bereitet am peruanischen Stand eine echte Erfrischung zu: Chicha morada, eine Limonade aus lila Mais. Schmeckt dank der Gewürze ein bisschen weihnachtlich, aber lecker.

Foto: Christina Köhn
 

Internationalität wird hier groß geschrieben: An vielen Ständen arbeiten Einheimische oder Menschen mit Wurzeln in dem jeweiligen Land. So bringen sie den Besuchern ihre Kultur und die landestypischen Gerichte bestmöglich näher. Das Personal überzeugt nicht nur mit umfangreichen Kenntnissen über die Lebensmittel, sondern auch mit Herzlichkeit, Wärme und Freundlichkeit.

Für jeden ist etwas dabei: Egal ob Fleischliebhaber oder Gemüsefreunde - auf dem Internationalen Markt werden alle satt. Es gibt Portionen für die kleinen, Probierportionen für die neugierigen und viele fleischfreie Gerichte für die vegetarischen Besucher. An vielen Ständen wie bei Ruanda oder Österreich hängen zudem Informationen über Allergene in den Lebensmitteln. Zu empfehlen ist der vegetarische Mixed-Teller für neun Euro am nepalesischen Stand. Dafür gibts dann eine reichhaltige Portion an Reis nach Pulau-Art, Kräutersoße sowie in Kirchererbsenmehl panierten Gemüsestreifen.

<p>Reis und frittiertes Gemüse in einer scharfen Soße, dazu ein Joghurtdip, gibt es am Stand von Nepal - das Geschmackserlebnis lohnt sich.</p>

Reis und frittiertes Gemüse in einer scharfen Soße, dazu ein Joghurtdip, gibt es am Stand von Nepal - das Geschmackserlebnis lohnt sich.

Foto: Christina Köhn
 

Mehr als nur Essen: An vielen Ständen können die Besucher nicht nur ihren Hunger und Durst stillen, sondern auch landestypisches Kunsthandwerk kaufen. Dänemark wirbt sogar mit Katalogen und Flyern für einen Urlaub im skandinavischen Nachbarland.

 

Unsere Flops:

<p>Viel Brötchen, wenig Fleisch: Der Krokodil-Burger ist sowohl optisch als auch geschmacklich kein Hit.  </p>

Viel Brötchen, wenig Fleisch: Der Krokodil-Burger ist sowohl optisch als auch geschmacklich kein Hit. 

Foto: Patrick Tabel

Der Krokodil-Burger: Unter einem großen lappigen Brötchen befindet sich ein kleines Stück Krokodil-Fleisch. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, dennoch rechtfertigt die Portion und die lieblose Zusammenstellung nicht den hohen Preis von sieben Euro am Stand von Ruanda.

Salziger Lassi aus Indien: Joghurtgetränk mit Salz und Minze - klingt erfrischend, besonders bei den warmen Temperaturen, schmeckt aber wie flüssige Remoulade. Dann lieber einen fruchtigen Mango Lassi an den Ständen von Indien, Nepal oder Pakistan.

Die Preise: Wer seine seine tägliche Mittagspause während der Kieler Woche auf dem Internationalen Markt verbringen will, muss oft tief in die Tasche greifen. Viele günstigere Portionen machen nicht satt, für die größeren muss man acht Euro und aufwärts einplanen. Ein richtiges Mittagsangebot bietet keiner der Stände an.

Unser Fazit:

Der Internationale Markt ist ein Muss für jeden Kieler-Woche-Besucher. Hier werden Speisen und Getränke angeboten, die es sonst - gerade im Norden - nur selten im Supermarktregal zu kaufen gibt. Zwar sind die Preise teilweise hoch. Dafür steckt jedoch viel Liebe in den oft nach traditionellem Rezept zubereiteten Gerichten. Auch ein Gespräch mit den Stand-Verkäufern lohnt sich: internationaler Austausch der besonderen Art. Kulinarisch und kulturell ist der Markt daher eine absolute Bereicherung für die Kieler Woche. Und wo sonst ist man denn schon nach wenigen Minuten Fußweg von Peru über Nepal in Australien angelangt?

Wie schmeckt es Ihnen auf dem Internationalen Markt? Sagen Sie uns gerne ihre Tops und Flops in den Kommentaren oder auf Facebook.

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erstellt am 20.Jun.2017 | 11:27 Uhr

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