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Kieler Woche 2015 : Tatort-Dreh in Kiel: Borowski und Brandt suchen eine Bombe

vom

„Borowski und die große Stille“ lautet der Arbeitstitel. Axel Milberg und Sibel Kekilli drehen noch weiter in Kiel.

shz.de von
erstellt am 25.Jun.2015 | 19:12 Uhr

Kiel | „Absolute Ruhe am Set!“, hört man es während der Kieler Woche des Öfteren an der Kiellinie rufen. Und manch ein Schaulustiger wird dann ganz ungewollt zum Komparsen. Denn vor dem Segel-Club „Baltic“ ist die Bootsanlegestelle abgesperrt, eine Film-Crew von etwa 25 Personen tummelt sich auf dem Steg, hundert Komparsen am Kai und Polizeiwagen mit Blaulicht stehen auf den Gehwegen.

Seit 7 Uhr morgens laufen die Dreharbeiten für den Tatort mit Arbeitstitel „Borowski und die große Stille“. Seitdem stehen auch zahlreiche Statisten hinter den Absperrungen und verfolgen das Geschehen. Für ihre zehn Stunden Arbeit pro Tag werden sie zwar entlohnt, „das Beste ist aber, wenn man sich danach selbst im Fernsehen sieht“, erklärt eine junge Statistin in der ersten Reihe. Die Blondine hat schon Erfahrung als Komparsin und tauchte bereits in einigen Tatort-Episoden auf, sagt sie. Sie und die zahlreichen anderen Statisten wurden zuvor eingeteilt. Einige von ihnen stehen als uniformierte, zivile und Drogenfahndungs-Polizisten sogar Seite an Seite mit den Hauptdarstellern Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli).

Die ließen nach der verdienten Mittagspause allerdings etwas länger auf sich warten. Lag vielleicht am Wetter. Denn gerade als es hieß „Alle auf Ausgangsposition!“, zeigte sich das KiWo-Wetter wieder von seiner schlechteren Seite. Nach einem kurzen Schauer trauten sich dann aber doch wieder alle Beteiligten auf den Steg. „Sobald die Wolke wieder über die Sonne gezogen ist, legen wir los“, kommt die Ansage der Aufnahmeleitung. Schließlich habe man den ganzen Vormittag bewölktes Wetter gehabt. „Das muss in den folgenden Einstellungen auch so sein.“ Dann ist es endlich soweit: Borowski und Brandt betreten den Steg. Die Kameras sind auf sie gerichtet. „Das haben Sie jetzt erst untersuchen lassen? Das ist doch Scheiße!“, lautet Borowskis erster Satz. Schon jetzt merkt man: Einig sind sich die beiden Ermittler wie gewohnt nicht. Darum hört man ihr Gebrüll auch noch hundert Meter vom Set entfernt.

„Das haben Sie jetzt erst untersuchen lassen? Das ist doch Scheiße!“ sagt Sarah Brandt zu Klaus Borowski.
„Das haben Sie jetzt erst untersuchen lassen? Das ist doch Scheiße!“ sagt Klaus Borowski zu Sarah Brandt. Foto: shz.de

„Wir wussten gar nicht, dass hier ein Tatort gedreht wird“, sagt Hans-Ewald Lehmann. Er ist ein großer Fan von Sibel Kekilli. Auch seine Frau Annegret ist „seit zwanzig Jahren“ Tatort-Fan und begeistert, den Dreh einmal live erleben zu dürfen. Als kleines Andenken hat sich die Elmshornerin ein kleines Stück des Polizei-Absperrbandes mitgenommen. „Für meinen Enkel, der spielt so gerne Polizei“, sagt sie. Und auch die Geschichte dahinter dürfte äußerst erzählenswert sein. Sie sind nicht die einzigen Passanten, die die Dreharbeiten wie magisch anlocken. Und vor allem die lautstarke Diskussion der Hauptdarsteller bewegt die Gemüter. „Wenn der nicht bald aufhört, die Frau anzubrüllen, geh ich dazwischen“, witzelt ein heißblütiger Fan aus der Entfernung.

Die Kiellinie wurde zum Drehort.
Die Kiellinie wurde zum Drehort. Foto: shz.de
 

Um nicht zu viel der Geschichte vorweg zu nehmen, sei zum Inhalt nur gesagt: Auf einem der Boote wird eine Bombe vermutet. Die Szene, in der Borowski und Brandt diskutierend den Steg betreten, beschäftigte die Filmcrew bereits seit den frühen Morgenstunden. „Etwa 15 Mal haben wir diese Szene nun schon gedreht, dabei ist sie eigentlich kurz. Sie brauchen wohl viele Perspektiven“, erklärt die blonde Komparsin aus der ersten Reihe. Am Donnerstag sollen die Dreharbeiten vorerst bis 19 Uhr andauern. Und auch um 22 Uhr wird es noch eine kurze Drehrunde geben. Dann werden nach Informationen von shz.de auch Autofahrten durch Kiel und entlang der Kieler Woche gefilmt.

Alle Tatort-Fans, die es am Donnerstag nicht zur Kiellinie geschafft haben, aber ihre Stars mal live sehen möchten, müssen nicht traurig sein: Die Dreharbeiten gehen auch am Freitag noch weiter.

Wann die Tatort-Folge gesendet wird, steht noch nicht fest.

Mehr zur Kieler Woche auf www.shz.de/kielerwoche.

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