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KiWo 2016 : So bereitet sich die Polizei auf die Kieler Woche vor

vom
Aus der Onlineredaktion

Wie viele Wachen gibt es? Was passiert mit Betrunkenen? Fragen und Antworten zum Thema Sicherheit.

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2016 | 20:40 Uhr

Kiel | Unfälle in Fahrgeschäften, Taschendiebstähle, Unwetter, Körperverletzungen, Gefahr durch Hooligans und sogar Amokläufe mit Waffen: Seit Monaten arbeiten die Stadt Kiel, Polizei, Feuerwehr, Sanitäter und Sicherheitskräfte gemeinsam an einem  Konzept, um für eine sichere Kieler Woche zu sorgen. Eine logistische Meisterleistung, denn auf Schleswig-Holsteins größtem Volksfest – das von Sonnabend, 18. bis Sonntag  26. Juni, an der Förde stattfindet – werden mehr als drei Millionen Besucher erwartet. Täglich wollen sich  die Beteiligten besprechen und das Konzept – je nach Lage – gegebenenfalls anpassen.

 

Wir haben die wichtigsten Zahlen und Fakten zu Polizeieinsätzen auf der Kieler Woche zusammengestellt und  Polizei und die anderen Einsatzkräfte gefragt, wie sich auf die Herausforderung vorbereiten.

Wie bereitet sich die Polizei auf die Kieler Woche vor?

Die Polizei bereitet sich in diesem Jahr mit mehr Einsatzkräften auf das Event in der Landeshauptstadt vor als in den Jahren zuvor: „Wir werden auf dem Sommerfest deutlich mehr Präsenz zeigen“, sagte der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz. Je nach Veranstaltung seien bis zu 200 Beamte in der Stadt und am Wasser unterwegs. „Das sind etwa 40 Prozent mehr als in den Vorjahren.“ Die Terroranschläge in Paris und Brüssel sowie die Vorfälle in Köln in der Silvesternacht hätten maßgeblichen Einfluss auf das neue Konzept gehabt. „Die Kieler Woche steht dieses Mal einfach unter einem anderen Stern als sonst.“ Auch in diesem Jahr soll das Sicherheitskonzept greifen und – wie im vergangenen Jahr – für eine friedliche Kieler Woche sorgen.  Die Beamten, die während der Kieler Woche im Einsatz sind, stammen aus der Polizeidirektion Kiel und aus der Eutiner Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung. Kräfte aus anderen Bundesländern sind nicht im Einsatz, teilte  Matthias Arends, Sprecher der Polizeidirektion Kiel mit.

Wie viele mobile Wachen gibt es in diesem Jahr?

Wie im vergangenen Jahr werden wieder mobile Wachen im Stadtgebiet eingesetzt: Am Beginn der Kiellinie, am Bootshafen, dem Bahnhofsvorplatz, an der Hörn sowie in Schilksee. 2015 gab es vier dieser kleinen, aber komplett ausgestatteten Dienststellen in Containern – fünf sind es in diesem Jahr.

Wie werden Verletzte versorgt?

Rund 240 bis 300 Rettungskräfte werden in  diesem Jahr – zusätzlich zum Regeldienst – auf dem Volksfest eingesetzt.  Sie behandeln Schnittwunden und Verletzungen nach Raufereien. Außerdem versorgen sie Betrunkene und bringen diese wenn nötig ins Krankenhaus. Auch Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel unterstützt die Helfer in diesem Jahr wieder: Bereits im 14. Jahr ist der Verwaltungschef der Inselgemeinde als Rettungssanitäter an der Förde unterwegs. Seit seinem zwölften Lebensjahr ist er beim Roten Kreuz aktiv und ausgebildeter Rettungssanitäter mit Zusatzqualifikationen zum Gruppen- und Zugführer. Auf der Kieler Woche versorgt der 42-Jährige  zehn Tage lang wechselweise die Verletzten, fährt den Rettungswagen und koordiniert die Einsätze der Helfer.

Im vergangenen Jahr mussten 880 Menschen behandelt werden: Die meisten von ihnen aufgrund von massivem Alkoholkonsum. 190 Patienten mussten mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden.

Was passiert, wenn es brennt?

Zusätzlich zu den regulären Einsatzkräften wird die Feuerwehr während der Kieler Woche von weiteren Helfern unterstützt, sagt Michael Krohn, Sprecher der  Berufsfeuerwehr Kiel.  Unter anderem werden den zehn freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr, dem Rettungsdienst sowie den ehrenamtlichen Hilfsorganisationen zahlreiche Extrakräfte und Fahrzeuge zur Seite stehen. Rund um die Uhr sind sie an den zehn Tagen im Einsatz. Gravierende Brände habe es  demnach auf der Kieler Woche im vergangenen Jahr nicht gegeben, sagt Krohn.  Das soll auch in diesem Jahr so bleiben: „Eine  gute Vorbereitung ist hier das A und O“, betont der Sprecher.

Wer sorgt für Sicherheit auf dem Wasser?

Auf dem Wasser sind  in diesem Jahr ein Taucherteam, zwei Boote mit Rettungsschwimmern vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)  sowie ein Boot der Berufsfeuerwehr unterwegs. Auch die  Wasserschutzpolizei im Einsatz: Angaben zu Personalstärke beziehungsweise Anzahl der eingesetzten Boote werden aus einsatztaktischen Gründen generell nicht gemacht, sagt Matthias Arends, Sprecher der Polizeidirektion Kiel.

Ist die Zahl der Straftaten gestiegen?

Im vergangenen Jahr hatte die  Polizei  eine vergleichsweise positive Bilanz gezogen: Obwohl  mehr Besucher das Event besuchten, hatte sie es 2015 mit weniger Straftaten zu tun. In den zehn Tagen rückten die Beamten zu rund 371 Einsätzen aus, die einen direkten Bezug zur Kieler Woche hatten. 2014 waren es 380 Einsätze gewesen. Dabei nahmen die Einsatzkräfte aus Kiel und Eutin 68 Anzeigen wegen sogenannter Rohheitsdelikte auf, vor zwei Jahren waren es noch 94.

Wer hilft den Betrunkenen auf die Beine?

2015 half die Polizei insgesamt 62 Betrunkenen wieder auf die Beine. Damals mussten – aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums – 18 Volltrunkene die Nacht im Gewahrsam verbringen, da diese nicht mehr in der Lage waren, ihren Weg alleine fortzusetzen.  Die von Stadt und Polizei gemeinsam initiierten Jugendschutzstreifen waren am frühen Abend auf der Veranstaltung unterwegs und sprachen dort insgesamt 390 (250 im Jahr 2014) alkoholisierte Jugendliche im Alter zwischen 14 Jahren und 17 Jahren an. Drei Jugendliche (Vorjahr elf) waren so stark alkoholisiert, dass sie ihren Eltern übergeben worden sind.

Was passiert mit aggressiven Personen?

Die Polizei sprach 2015  insgesamt 95 Platzverweise (Vorjahr 80) gegen aggressive Personen aus, vier Personen (Vorjahr sechs) missachteten den Platzverweis und mussten die anschließende Nacht im Polizeigewahrsam verbringen.

Wie häufig kommt es zu Körperverletzungen?

Den Großteil der Anzeigen machen stets Körperverletzungen aus: 66 waren es 2015, im Vorjahr 91. Zwei Raubtaten wurden bisher angezeigt, 2014 waren es drei. Insgesamt elf Personen leisteten dabei gegenüber den Polizisten Widerstand, verletzte Beamte waren nicht zu beklagen.

Wie oft wurden in den letzten zwei Jahren sexuelle Belästigungen angezeigt?

Zwei Anzeigen wegen sexueller Belästigung während der Kieler Woche gingen im vergangenen Jahr laut Matthias Arends, Sprecher der Polizeidirektion Kiel, ein. Eine der Taten geschah im Kneipenviertel  in der Bergstraße. Das Thema werde sehr ernst genommen, sagt Ivers. Das Sicherheitskonzept werde seit Jahren an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.

Sind die Beamten rund um die Uhr im Einsatz?

2015 waren die Beamten aus  Kiel und Eutin – an zehn Tagen –  insgesamt  über 11000 Stunden im Einsatz. Die Beamten aus Eutin waren an allen Tagen in den Abend- und Nachtstunden mit durchschnittlich 80 Kolleginnen und Kollegen zur Unterstützung der Kieler Polizei im Einsatz.

 
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