Bühnen auf der Kieler Woche : Sicherheitskonzept an der Hörn sorgt für Frust

Blickdichte Zäune grenzen den Besucherstrom an der Hörn von der 'Unser Norden'-Bühne aus. Foto: rtn
1 von 4
Blickdichte Zäune grenzen den Besucherstrom an der Hörn von der "Unser Norden"-Bühne aus. Foto: rtn

"Zur Kieler Woche kommen und sehen" - das erwarten viele Besucher an den Bühnen des Riesen-Volksfests. Doch an der "Unser Norden"-Bühne ist das dieses Jahr nicht möglich.

shz.de von
02. September 2011, 11:00 Uhr

Kiel | Wartezeiten von einer Stunde und länger vor dem Eingang zu der "Unser Norden"-Bühne an der Hörn lassen Frust bei Kieler Woche-Besuchern aufkommen. Viele sind sogar umgekehrt, ohne in den Genuss der Musik zu kommen. Ist die Fläche zu klein für diese Konzerte?
Den Auftritt der "Söhne Mannheims" hätte Manuela Mundt aus Osdorf zu gern erlebt. Eine Stunde stand sie dafür an. Doch der Sicherheitsdienst ließ niemanden mehr auf das Gelände. Durch die Anordnung der Bühne zum Eingang sei nicht einmal etwas zu hören gewesen, bedauert Manuela Mundt. Dabei sei doch der Reiz an der Kieler Woche, dass man überall stehen bleiben, ein bisschen zuhören und jederzeit weiterziehen kann. "Wenn das Gelände so eingezäunt und verhängt ist, dann ist das wie jedes Konzert, für das ich mir eine Karte kaufe", findet die Osdorferin.
"Zur Kieler Woche kommen und sehen"
Die Enttäuschung bei den Besuchern kann Stadtsprecher Tim Holborn nachvollziehen. "Die Menschen sind anders konditioniert: Zur Kieler Woche kommen und sehen", erklärt Holborn. Doch nachdem Rettungskräfte im vergangenen Jahr beim Nena-Konzert an der Hörn 25 Minuten brauchten, um durch die Massen zu einem Verletzen zu kommen, habe man sich für das jetzt geltende Sicherheitskonzept entschieden. Danach sind auf dem Querkai nicht mehr als 8000 Besucher zugelassen. Zu diesem Konzept gehört auch ein Sichtschutz an den Zäunen. Er soll verhindern, dass die Menschen stehen bleiben und dadurch die Gänge blockieren. "Das Konzept ist richtig und greift", stellt Holborn klar. Das belege die Zahl der Rettungseinsätze, die deutlich geringer sei, als bei anderen Konzerten vergleichbarer Größe. Auch wenn die Situation in den Randbereichen mitunter wenig komfortabel sei und es zu Staus komme, so sei doch dafür gesorgt, dass alles gesittet ablaufe. "Wir wollen mit den Regularien niemanden drangsalieren", betont Holborn. "Die Menschen sollen sicher zum Gelände gelangen, sicher dort sein und genauso wieder von dort wegkommen."
Verständnis für die Enttäuschung der Gäste hat auch Martin Hülsmann, Pressesprecher von Mach3, Veranstalter des Programms an der Hörn. "Wir sind nicht glücklich darüber", so Hülsmann. Doch dienten die von der Stadt gestellten Auflagen der Sicherheit. Im Vorfeld der Kieler Woche sei über das neue Konzept im Radio informiert worden. Doch offenbar sei das vielen, die an die Hörn kommen, unbekannt. Ansagen über Mikrofon und Flyer sollen nun aufklären und für Verständnis werben. Welche Konsequenzen für 2012 gezogen werden, kann Hülsmann noch nicht sagen. "Wir konzentrieren uns auf die aktuelle Kieler Woche und versuchen, das Konzept weiter zu optimieren."
(sum, shz)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen