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Kieler Woche 2017 : Regattasegeln: Die Regeln für Dummies

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Was müssen Regattasegler beachten, wenn sie auf dem Wasser um den Sieg kämpfen? Die wichtigsten Regeln.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 21:05 Uhr

Wer das Herzstück der Kieler Woche kennenlernen will, muss nach Schilksee fahren. Dort wird um die Wette gesegelt. Doch was passiert eigentlich draußen auf dem Wasser?

Bei einer Regatta geht es nicht nur darum, als erster im Ziel zu sein. Während der Wettfahrt müssen bestimmte Regeln eingehalten werden, sonst gibt es Zeitstrafen oder die Crew kann disqualifiziert werden. Hier finden Sie ein paar der grundlegenden Regeln, die zu jeder Wettfahrt dazugehören:

Die Regatta selbst

<p>Beim Start kann es schon einmal eng werden. </p>

Beim Start kann es schon einmal eng werden.

Foto: GarryxxJohnxNorman
 

Regatten sind eine oder mehrere Wettfahrten in einer zeitlich zusammenhängenden Veranstaltung für eine oder mehrere Bootsklassen. Eine Regatta hat, wie jedes andere Rennen auch, eine Start- und Ziellinie. Diese wird von einem Schiff und einer Regattaboje oder von zwei Bojen markiert. Zum Start werden Flaggen gesetzt und es ertönt ein Schuss. Bei einem Frühstart muss das betroffene Boot einen Kringel drehen und die Linie noch einmal überfahren.

Die Ausweichregeln

<p>Die Schiffe wenden an einer Tonne und bereiten sich auf einen Segelwechsel vor.</p>

Die Schiffe wenden an einer Tonne und bereiten sich auf einen Segelwechsel vor.

Foto: imago/xKarenxI.xHirschx

Grundsätzlich gilt unter Segeln: Backbordbug vor Steuerbordbug. Das bedeutet, dass das Schiff ausweichpflichtig ist, welches die Segel auf der Steuerbordseite fährt. Also rechts.

Vorwind und Amwind

<p>Bei Vorwindkursen wird der Spinnacker gesetzt.</p>

Bei Vorwindkursen wird der Spinnacker gesetzt.

Foto: imago/OnexxvanxderxWal

Bei kürzeren Regatten segeln die Schiffe hin und her. Dabei gilt es, einen Vorwindkurs (Wind von hinten und Segel auf) und einen Amwindkurs (Wind von vorne und Segel dicht) zu absolvieren. Bei dem Vorwindkurs werden die Segel offen gefahren und die Teilnehmer setzen bauchige, meist bunte, Segel - die Spinnacker. Bei Amwindkursen werden die Segel so dicht wie möglich gefahren.

Wettfahrtabbruch

<p>Bei Flaute versucht die Crew das Schiff nach Lee zu kippen, damit ein wenig Fahrt im Schiff bleibt.</p>

Bei Flaute versucht die Crew das Schiff nach Lee zu kippen, damit ein wenig Fahrt im Schiff bleibt.

Foto: imago/Joachim Schulz
 

Die Wettfahrtleitung entscheidet, ob eine Regatta abgebrochen wird. Das geschieht beispielsweise bei zu viel Wind. Aber auch zu wenig Wind kann zum Abbruch führen. Bei zu viel Strom kann es passieren, dass die Schiffe dann rückwärts fahren. Bleibt die Wettfahrt am Laufen, so werfen einige Crews den Anker, um nicht zu viel Strecke zu verlieren, während sie auf den Wind warten.

Die Wertung

<p>Das Handicap der einzelnen Schiffe wird mit einer komplizierten Formel berechnet.</p>

Das Handicap der einzelnen Schiffe wird mit einer komplizierten Formel berechnet.

Foto: imago/xblickwinkel/McPhotox/ErwinxWodickax
 

Das schnellste Schiff ist nicht gleich der Gewinner. Jeder Teilnehmer hat einen bestimmten Rennwert, ein Handicap, das am Ende mit dem Zeitergebnis verrechnet wird. Die meisten großen Schiffe segeln während der Kieler Woche in der ORC-Klasse. Hier wird mit einer komplizierten Formel das Handicap jedes Schiffes einzeln berechnet. Zu den relevanten Faktoren zählen beispielsweise die Segelfäche oder das Gewicht des Schiffs.

Disqualifikation

imago/Werner Otto

Wer disqualifiziert wird, muss zurück in den Hafen.

 

Disqualifiziert wird, wer sich nicht an die Regeln hält. Wird beispielsweise eine Tonne falsch oder gar nicht umrundet kann es nicht nur Zeitstrafen geben, sondern auch zum Ausschluss der Crew aus der Wertung führen. Regattasegler schützen die Umwelt. Wer während der Wettfahrt eine Bananenschale über Bord wirft, wird ebenfalls disqualifiziert.

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