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Angst vor Terroranschlägen : Polizei verschärft Sicherheitsvorkehrungen für die Kieler Woche

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Die Polizei setzt auf mobile Wachen und neue Kontrollpunkte. Auf Besucher und Anwohner kommen große Einschränkungen zu.

Kiel | Nach den jüngsten Terroranschlägen verschärft die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen für die Kieler Woche (17. bis 25. Juni). „Besucher werden die Kieler Woche in diesem Jahr in etwas anderem Gewand erleben“, sagte der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz im Vorfeld des Sommerfests. Deutlich mehr Einsatzkräfte, feste Kontrollpunkte in der Innenstadt und mobile Wachen sollen dafür sorgen, dass Millionen Gäste Ende Juni auf dem laut Veranstaltern größten Sommerfest Nordeuropas unbeschwert feiern können.

Der Terror könne „in allen möglichen Formen Platz greifen“. Konkrete Hinweise gibt es nach Angaben von Polizeichef Bauchrowitz nicht. Die terroristische Bedrohung könne in Deutschland aber jederzeit konkret werden. „Das könnte auch auf einem Volksfest der Fall sein und darauf sind wir eingestellt.“

Bauchrowitz sprach von einem Kompromiss zwischen dem, was angesichts der Sicherheitslage in Deutschland erforderlich sei und dem Charakter der Festwoche, „der ja unser freiheitliches Leben ein stückweit repräsentiert“. Diesen dürfe das Sicherheitskonzept „nicht gänzlich“ einschränken. Im Vergleich zu 2016 seien noch einmal 50 Prozent mehr Beamte im Einsatz. Bereits im Vorjahr hatte die Polizei die Zahl der Einsatzkräfte um 30 Prozent gegenüber 2015 erhöht. Genaue Zahlen will Bauchrowitz nicht nennen. Zur Kieler Woche werden Ende Juni rund drei Millionen Gäste erwartet.

In der Innenstadt und am Wasser sind dann wieder zahlreiche Bühnen aufgebaut. Hunderte Bands (Hier Weiterlesen: Diese Bands kommen zur Kieler Woche) spielen auf Bühnen zwischen dem Segelzentrum in Schilksee und der Hörn. Die meisten Konzerte sind umsonst.

Mit mobilen Wachen will die Polizei „sichtbare Präsenz“ zeigen. Wer mit dem Auto in die Innenstadt will, braucht Geduld. Staus sind wahrscheinlich. Grund sind neu eingerichtete Kontrollpunkte der Polizei. Besucher und Anwohner müssen im Innenstadtbereich mit Einschränkungen rechnen.

„Wir werden in diesem Jahr zusätzlich die Außensicherheit der Kieler Woche durch ein umfangreiches Sperr- und Kontrollkonzept ergänzen“, sagte Bauchrowitz. Der vergleichsweise große Veranstaltungsbereich solle durch „eine Verlangsamung des Straßenverkehrs“ und Kontrollen geschützt werden. Die Kontrollstellen wollen die Beamten mit Barrieren und großen Sandsäcken sichern.

Polizei und die Stadt als Veranstalter der Festwoche haben das neue Sicherheitskonzept gemeinsam erarbeitet. Für Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) ist das Ziel eine Mischung aus „offenen Sommerfest für jedermann“ und einer abschreckenden Wirkung für Attentäter. Die Besucher sollten sorgenfrei und unbeschwert feiern können. „Wir möchten, dass alle Besucher unbeschwerte Festtage hier haben können - mit Segeln und einem Sommerfest.“ Für Veranstalter und Polizei gelte es aber, Sicherheit zu gewährleisten.

„Man macht sich natürlich Sorgen und Gedanken. Wir haben in Deutschland eine abstrakt hohe Gefährdungslage, wo jederzeit etwas passieren kann“, sagte Kämpfer. Die Behörden müssten gewappnet sein.

Auch bei der 43. Holstenköste vom 8. bis 11. Juni in Neumünster gilt ein neues Sicherheitskonzept. Die Veranstaltungsfläche in der Innenstadt wird mit Betonpollern komplett abgeriegelt, Fahrzeuge dürfen während des Festes nicht fahren.

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erstellt am 07.Jun.2017 | 13:14 Uhr

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