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Konzert auf der Kieler Woche 2016 : Plattdeutsche Party mit De fofftig Penns

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„Dialektro“ heißt das Genre von „De fofftig Penns“. Die Elektro-Hip-Hop-Band verfasst ihre Texte in plattdeutscher Sprache. Beim Essen erzählen die drei Jungs shz.de über ihren bevorstehenden Auftritt auf der Kiwo.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2016 | 17:52 Uhr

Moin Jungs! Tretet Ihr zum ersten Mal auf der Kieler Woche auf? Wenn ja, wie ist euer Eindruck und welche Erwartungen habt ihr?

Torben: Wir waren vor sechs Jahren schon mal in Kiel und sind im Club „Weltruf“ aufgetreten. Da kam der Wunsch auf, irgendwann auch auf der Kieler Woche aufzutreten. Jetzt hat es in diesem Jahr endlich geklappt. Nach dem Auftritt werden wir uns ein trockenes T-Shirt anziehen und dann losschlendern. Denn außer Schilksee haben wir bisher noch nicht viel gesehen.

Wer sind eigentlich „De fofftig Penns“?

„De fofftig Penns“ ist eine Elektro-Hip-Hop-Formation aus dem Norden Bremens und besteht aus den drei Mitgliedern Malte Battefeld, Jakob Köhler und Torben Otten. Sie verfassen ihre Texte in plattdeutscher Sprache. Daher klingen ihre Lieder wie aus Omas Mund. 2003 gründete sich die Band in der Schulzeit als reines Spaßprojekt. 2012 wurde die Band mit dem Heinrich-Schmidt-Barrieren-Preis für ihren Einsatz der niederdeutschen Sprache ausgezeichet. Ein Jahr später traten sie beim Bundesvision Song Contest für Bremen an und belegten den 7. Platz. Bekannte Songs sind „Löppt“, „Ik mutt gor nix“ oder „Diskodänz“.

Euer Bandname heißt auf Hochdeutsch „Die fünfzig Pfennige“. Wie ist der Name entstanden?

Malte: Das war eher Zufall. Wir haben uns gefragt, warum niemand plattdeutschen Rap macht und haben dann einen Song von „Fifty“ (Anm. d. Red. amerikanischer Rapper „50 Cent“) gecovert. Wir haben uns auch alternative Bandnamen überlegt.

Wie entstehen Eure Texte?

Jakob: Am häufigsten entstehen die Texte in unserem Tourbus. Manchmal aber auch aus einem spontanen Schnack heraus. Wir wollen uns nicht politisch äußern, sondern plattdeutsche Redewendungen prominenter machen und gute Laune verbreiten. Unsere Musik kann man beim Joggen oder auch beim Segeln hören. Die nächste Platte ist schon in der Mache.

Ihr seid bekannt durch Auftritte in ganz Norddeutschland. Wie kommen Eure Auftritte im Süden Deutschlands an? Das Publikum kann Euch dort vermutlich schwer beziehungsweise gar nicht verstehen.

Malte: Wir haben letztes Jahr ein Konzert in München gespielt. Da sind zwei Welten aufeinander getroffen, der bayerische Dialekt und das norddeutsche Platt. Die Zuhörer haben uns sehr gut aufgenommen - auch wenn sie nicht jedes Wort verstehen. Plattdeutsch ist für viele sogar deutlich cooler, als wir vermutet hatten.

Sprecht Ihr alle fließend Plattdeutsch?

Torben: Mittlerweile ja. Das war nicht immer so. Wir haben durch unsere Musik einen so permanenten Kontakt zur Sprache und zum Plattdeutschen, dass wir uns irgendwann aber nicht mehr gegen die Sprache wehren konnten. Auch wenn wir zusammen sind, unterhalten wir uns auf Platt.

Abschließende Frage: Seid Ihr nervös vor Eurem Auftritt?

Jakob: Eine gewisse Grundnervosität ist immer vorhanden, weil man nie weiß, wie das Publikum reagiert. Aber es wird eine gute Party.

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